"Es lief jedes Jahr besser"

Bilanz Standeigentümer auf Weihnachtsmarkt können zufrieden sein

Bei einer kurzen Umfrage auf dem Chemnitzer Weihnachtsmarkt, wie zufrieden die Verkäufer an den Ständen mit dem diesjährigen Jahr waren, sagten erstaunlicherweise alle genau das: "Es lief jedes Jahr besser."Auf der Chemnitzer Klosterweihnacht gab "Ofen-Olaf" diese Antwort nach der diesjährigen Bilanz. "Olaf" ist für das Backen der frischen Brote verantwortlich. "Ich bin seit vier Jahren hier. Es läuft dieses Jahr sehr gut", sagt er und schiebt das nächste Blech voller Brot-Rohlinge in den großen Ofen. Selbst gemacht und teilweise sogar auch frisch hergestellt sind die Textilien von Antje Fröck. Sie hat sich ihren Webstuhl mitgebracht und webt zwischendurch auch gern mal eine Mütze oder einen Schal. Seit vier Jahren kommt die Görlitzerin zur Vorweihnachtszeit nach Chemnitz. "In den vier Jahren hat es sich immer besser entwickelt. Am Anfang war man neu, die Leute kannten einen noch nicht und es lief nicht so gut", resümiert sie. Sie stemmt die knapp vier Wochen ganz allein, ohne Vertretung. "Jede Woche 77 Stunden nur am Stand arbeiten, ist schon hart. Dann kommt noch die Vor- und Nachbereitung dazu. Die langen Öffnungszeiten finde ich schwierig. Es wäre völlig ausreichend, von 14-20 Uhr zu öffnen und nur am Wochenende länger". Die Stadt als Ausrichter verpflichtet alle Stände, täglich von 10-21 Uhr zu öffnen. Ohne Ausnahme. Zum Glück kann sich Steffi Heilmann ihre Arbeitszeit mit einer Kollegin teilen. Sie verkauft Erzgebirgische Holzkunst aus Gahlenz. Normalerweise ist sie für die Bemalung der Figuren im Oederaner Betrieb verantwortlich, hat aber seit sieben Jahren zu Weihnachten eine "Auszeit". "Der Euro sitzt immer lockerer. Wegen der allgemein guten wirtschaftlichen Lage", schätzt sie ein. Diese Erfahrung hat auch Neuling André Rückert gemacht. Er ist erstmals auf dem Weihnachtsmarkt vertreten und mit dem Verkauf seiner erzgebirgischen Wickelklöße zufrieden. "Es lief jede Woche besser. Am Anfang fragten noch viele nach der Herstellung der Klöße, aber später hatte es sich herumgesprochen. Mir ist aufgefallen, dass besonders viele aus anderen Bundesländern die Klöße kauften, weil sie etwas typische Erzgebirgisches essen wollten. Ich werde mich im nächsten Jahr wieder für den Markt bewerben", sagt er.