Esse leuchtet 10 Kilometer weit

Aktion Bunter Schornstein hat laut Deutscher Flugsicherung hohe Strahlkraft

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Souvenirjäger zieht Chemnitz an. Grafik: Christian Mathea/hfn

Seit ein paar Wochen leuchtet sie, die bunte 302 Meter hohe Esse des Chemnitzer Energieversorgers Eins. 168 LED-Strahler sorgen für ein imposantes Farbenspiel, das bis weit in den Himmel zu sehen ist. Was wohl die Piloten gedacht haben, als sie der "Lulatsch" von unten plötzlich anstrahlte? "Wenn keine Bewölkung ist, kann man den Schornstein wunderbar aus der normalen Flughöhe sehen", sagt Stefan Jaekel von der Deutschen Flugsicherung.

Keine Gefahr für Flugzeuge

Normale Flughöhe - das sind immerhin zehn Kilometer über dem Erdboden. In der Regel werden derartig hohe Bauwerke mit roten Positionslichtern versehen, damit die Piloten sie wahrnehmen. Diese Lichter trägt auch die Chemnitzer Esse. "Wobei die in dem Fall fast überflüssig sind, weil das Farbspiel wirklich stark leuchtet", so Jaekel. Eine Gefahr für Flugzeuge stelle die Esse nicht dar, weil sie nicht in der Nähe ein Flughafens steht.

Laut Christian Stelzmann, Pressesprecher von Eins Energie, verliefen die ersten Wochen der dauerhaften Kunstaktion auf Sachsens höchstem Bauwerk problemlos. "Die Beleuchtung funktioniert planmäßig", bestätigt er. Die Leuchten sollen nun ganze 30 Jahre durchhalten können. Den Verbrauch gibt der Energieversorger mit 37.500 Kilowattstunden im Jahr an - das ist in etwa so viel, wie in 15 Chemnitzer Haushalten zur selben Zeit an Strom verbraucht wird.

Was lange währt,...

Bis die Leuchtaktion starten konnte, war es allerdings ein schwieriger Weg. Zunächst sollte nämlich eine Lichterkette spiralförmig um den Schornstein verlaufen. Doch die Technik funktionierte nicht, worauf Eins Energie gegen die damalige französische Herstellerfirma vor Gericht zog - ohne Erfolg.

Die Chemnitzer blieben zunächst auf den Kosten sitzen - immerhin eine halbe Million Euro. Doch die juristische Auseinandersetzung dauert noch an. Wie Unternehmenssprecher Stelzmann erklärt, will sich demnächst ein Sachverständiger in Chemnitz über die damaligen Arbeiten informieren und ein Gutachten erstellen, das vor Gericht geprüft werden soll.