Europaweiter Großeinsatz erfolgreich: 15 Online-Betrüger gefasst

Betrug Landeskriminalamt ermittelte drei Jahre lang international

Das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen hat einer international agierenden Gruppierung das Handwerk gelegt. Den derzeit 15 Beschuldigten wird vorgeworfen, durch vielfache betrügerische Onlinebestellungen Waren im Wert von über 18 Millionen Euro erlangt zu haben. Im Zuge der Ermittlungen wurden 31 Wohnungen und Geschäftsräume in Deutschland, Litauen, Estland, der Schweiz, Zypern, Großbritannien und Nordirland, der Ukraine, Finnland und Lettland durchsucht.

Acht Staaten haben mit ermittelt

Dabei erfolgten insgesamt vier Verhaftungen in der Nähe von Würzburg, der Schweiz sowie in Litauen. Der mutmaßliche Organisator des Netzwerks wurde in Zypern verhaftet. Durch die Staatsanwaltschaft Dresden wurde bereits ein förmliches Auslieferungsersuchen gestellt. Die Ermittlungen dauerten seit September 2015 an, Behörden aus acht europäischen Staaten waren schließlich mit eingebunden. Wie das LKA mitteilt, gestaltete sich die Spurensuche schwierig, da alle Täter ausschließlich mit Spitznamen und unter Nutzung verschlüsselter Zugänge im Netz agierten.

Betrüger arbeiten mit Kryptowährungen

Die Abwicklung von Zahlungen erfolgte mit Hilfe von sogenannten Kryptowährungen. Die Ermittlungen ergaben weiterhin, dass seit 2012 in über 35.000 Tathandlungen hochwertige Waren bei verschiedenen Versandunternehmen mit betrügerisch erlangten Kreditkartendaten über ein Netz von Warenagenten bestellt worden sein sollen. Als Empfänger der Waren dienten speziell in Deutschland angeworbene Warenagenten, welche die Sendungen an Adressen im Ausland weiterleiteten. Die Waren sollen überwiegend in Osteuropa verkauft worden sein.