Ex-Bundesligaspielerin leitet ehrgeiziges Projekt

Handballerinnen mischen die Regionsoberliga auf

Burkhardtsdorf

Für Kathrin Neumeier gibt es keine Frage. Für sie ist Handball der schönste Sport der Welt. Zwar liegt ihre aktive Laufbahn schon einige Jahre zurück, dennoch ist sie nach wie vor regelmäßig in der Sporthalle anzutreffen. Aktuell trainiert die 55-Jährige die Damen sowie die D-Jugend des TSV Burkhardtsdorf. Die Frauen stehen aktuell in der Regionsoberliga mit 16:2 Punkten souverän an der Spitze. Seit 2022 gehört die gelernte Verkäuferin dem Verein an, vorher hinterließ sie vor allem beim HV Chemnitz tiefe Spuren. „Dort habe ich auch meinen größten Erfolg als Übungsleiterin gefeiert. Als unterklassig spielende dritte Mannschaft aus der Verbandsliga holten wir 2018 gegen unsere zweite Garnitur den Sachsenpokal“, erinnert sich die Handball-Aktivistin.

Vom Nachwuchs zur Bundesliga

Einer Freundin war es zu verdanken, dass die in Burgstädt geborene und in Hartmannsdorf aufgewachsene Schülerin im zarten Alter von acht Jahren beim Handball landete. Zunächst lernte sie bei der BSG Robotron Hartmannsdorf das Fangen und Werfen, später wurde sie zum SC Leipzig delegiert. In der Messestadt besuchte Kathrin Neumeier die Sportschule und spielte in der zweiten Mannschaft des SCL. Das Team wurde in der Wendezeit aufgelöst. „Obwohl es meine Planung gar nicht vorsah, landete ich im Januar 1990 bei Motor Schönau, dem späteren SV Sachsenhydraulik in Chemnitz“, sagt die Handballerin im Rückblick.

Nur für zwei Spielserien sollte sie noch einmal den Verein wechseln. 1995/96 schnupperte Neumeier mit dem BSV Sachsen Zwickau ein Jahr lang Bundesligaluft und lief mit dem westsächsischen Team eine Saison später in der 2. Bundesliga auf. Dann schlug sie ihre sportlichen Zelte aber endgültig in Chemnitz auf. Mario Schmidt, ehemaliger Vorsitzender des HV Chemnitz, hat die Zahlen überschlagen. „Kathrin hat für uns rund 400 Pflichtspiele absolviert, dabei mehr als 3000 Tore erzielt und war von 1999 bis 2004 auch Vorsitzende unseres Vereins“, erklärt Schmidt.

Neue Aufgabe, neues Team

2011 endete ihre aktive Laufbahn als Spielerin. Anschließend leitete sie beim HVC zunächst das Training der C-Jugend. Später engagiert sich die Inhaberin einer C-Trainerlizenz auch als Übungsleiterin des HV Chemnitz III. 2022 endete diese langjährige Zusammenarbeit, weil es mittlerweile manche gegensätzliche Ansichten über die Handball-Arbeit gab. „Kurz darauf bekam ich in Burkhardtsdorf, wo ich seit rund 35 Jahren wohne, das Angebot, ein Frauenteam aufzubauen. Wir haben es gewagt und wurden belohnt“, so die Sächsin. Aus ursprünglich neun Spielerinnen wurden zwanzig, es kamen Sponsoren und Unterstützer dazu. „Das Ergebnis kann sich heute sehen lassen“, schätzt die Trainerin ein.

Handball liegt in der Familie

Kathrin Neumeier, die sich zur staatlich anerkannte Erzieherin qualifizierte und im Sporthort Chemnitz arbeitet, will sich auch weiterhin beim TSV Burkhardtsdorf engagieren. Ihre beiden Töchter tragen aktuell auch das Trikot des Vereins aus der Region Südwestsachsen . Enkel Niklas spielt in der E-Jugend des TSV.

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