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Chemnitz

Ex-Stasi-Gefängnis in Chemnitz wird Gedenkort

Gedenken Das ehemalige Gefängnis wird nun zum Lern- und Erinnerungsort

Ein früherer Hafttrakt des Stasi-Gefängnisses in Chemnitz wird für rund 3,8 Millionen Euro zum Lern- und Gedenkort umgebaut. Im Herbst 2022 soll die neue Gedenkstätte mit mehreren Ausstellungen zur doppelten Diktaturgeschichte des Hauses öffnen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Freikauf von insgesamt mehr als 33 000 politischen Häftlingen der DDR durch die Bundesrepublik in den Jahren 1963 bis 1989. Dafür war das Kaßberg-Gefängnis zentrale Drehscheibe und galt für viele Betroffene deswegen auch als «Tor zur Freiheit».

"Ein Ort der Unterdrückung"

Darüber hinaus hätten hier viele Menschen unfassbares Leid erfahren und seien gedemütigt worden, betonte Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD) zum offiziellen Start des Umbaus am Donnerstag. «Das Kaßberg-Gefängnis war ein Ort der Unterdrückung von Menschen, von anderen Meinungen und von anderen Positionen.» Und das nicht nur in der DDR, sondern auch im Nationalsozialismus. So seien auch Juden und Gegner der Nationalsozialisten hier eingesperrt gewesen.

Umfangreiche Gedenkstätte als Lern- und Erinnerungsort 

An diese Kapitel wird die Gedenkstätte mit einer Fläche von rund 1900 Quadratmetern über 4 Etagen ebenso erinnern. Dazu wird nun eines der früheren Hafthäuser - der sogenannte Hafttrakt B - denkmalgerecht umgebaut. Im Zentrum der Ausstellungen werden Schicksale und Biografien der Betroffenen von einst stehen, erklärte der Vorsitzende des Vereins Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis, Jürgen Renz. Das Geld für den Aufbau der Gedenkstätte als Lern- und Erinnerungsort kommt von Bund, Land und Stadt. Die Geschichte des Gefängnisses reicht bis in 19. Jahrhundert zurück. Nach der Wiedervereinigung war es noch etliche Jahre als Justizvollzugsanstalt genutzt worden. Heute gehört es einem privaten Unternehmen, das in den übrigen Gebäuden Wohnungen baut. Hier gibt es weitere Infos zur Kaßberg-Gedenkstätte