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Experimentalforscher ist der Menschheits-Entwicklung auf der Spur

Messe Chemnitzer Verein präsentiert sich an der Stadthalle mit Boot bei Maker Faire 2022

Bekannt geworden durch seine bisher vier ABORA-Schilfboot-Missionen soll im Folgenden auf einen ganz besonderen Menschen und sein interessantes Tun sowie seine Visionen eingegangen werden: Dr. Dominique Görlitz.

Ganz aktuell sind er und sein Team vom 7. bis 10. Juli mit ihrem Stand an der Stadthalle Chemnitz der Anziehungspunkt auf der Maker Faire 2022 in Kooperation mit der Kulturhauptstadt 2025 live zu erleben. An drei Standorten werden das Schilfboot DILMUN S und eine kleine Ausstellung präsentiert sowie Workshops mit Jugendlichen veranstaltet.

 

Sein Vorbild war ein Norweger

"Die Abora-Missionen sind nur ein geringer Teil eines großen Anliegens", erläutert der weltoffene Experimental-Forscher. Den aus Thüringen stammenden Görlitz faszinierte seit der Kindheit sein Vorbild, der Norweger Thor Heyerdahl. Er startete in den 1970-er Jahren gewagte Schilfboot-Expeditionen, bei denen nachgewiesen werden sollte, dass die Bewohner der Kontinente bereits seit Jahrtausenden miteinander Handel trieben und Wissen austauschten, obwohl die Weltmeere zwischen ihnen lagen. Der Norweger konnte jedoch nur mit dem Wind, nicht dagegen segeln, was der Chemnitzer mit seinenABORA-Schiffen erfolgreich meistert, um Handelsnetze nachzuweisen.

Doch Görlitz' Interessen sind im "Verein für experimentelle Archäologie und Forschung" mit Sitz in Chemnitz wesentlich breiter aufgestellt: Ihm und seinen Jüngern geht es um die grundlegenden Fragen der Menschheit "Woher kommen wir, und wohin gehen wir?". Bereits seit fast einem Vierteljahrhundert erforschen er und seine Mitstreiter die frühgeschichtliche Seefahrt und den Kulturaustausch über die Ozeane. Mit den Abora-Expeditionen, die einen Teil der enormen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Menschen der Vorzeit erforschen, sind Görlitz und seine Mitstreiter sogar international bekannt geworden. Zwar gab es nach seinem Besuch der Cheops-Pyramide von Gizeh, in der er genehmigterweise Proben genommen hat, um diese in Deutschland analysieren zu lassen, große Probleme. Er wurde Opfer einer Intrige die schließlich in einer Verurteilung gipfelte.

Ihm wurde zur Last gelegt, er habe Kulturgut beschädigt. Nachdem aber zweifelsfrei bewiesen werden konnte, dass diese Beschädigungen schon vor seinem Pyramiden-Besuch vorhanden waren, wurde er rehabilitiert. Allerdings ließen ihn die Stadtoberen von Chemnitz seitdem einfach fallen. Für einen solch verdienstvollen Experimental-Archäologen, Filmemacher und Sachbuchautor ein Schlag ins Gesicht, während andere Städte um Abora-Ausstellungen und Fachvorträge mit dem Fünf-Sterne-Redner Dominique Görlitz kämpfen ...

 

Wissenschaftliche Sensation

Schließlich hatten die Proben bewiesen, dass beim Pyramiden-Bau bereits Eisen-Werkzeuge eingesetzt wurden. Eine wissenschaftliche Sensation ...! Nichtsdestotrotz halten Görlitz und seine Mitstreiter am eingeschlagenen Weg fest, treiben ihre experimentellen Aktivitäten weiter voran. Neben den aufwändigen Schilfbootprojekten Abora und Dilmun geht es auch um weitere offene Rätsel in der Entwicklung der Menschheit. Der Abora-Verein in Chemnitz zählt aktuell knapp 100 Mitglieder. Es wurden beziehungsweise werden vorgeschichtliche Bootstypen, wie Einbäume und Schilfboote detailgetreu nachgebaut und erprobt. Eins der größten Projekte des Vereins sind die Abora-Expeditionen, bei denen die Schilfboote in erfolgreicher Weise ihre Hochseetauglichkeit beweisen.

 

Im Schilfboot 4.400 Kilometer über den Atlantik

Beim aufwändigen Abora III-Projekt gelang es beispielsweise mit Hilfe von historisch verbürgten Seitenschwertern gegen den Wind zu segeln. Kurz vor den Azoren musste die Expedition wegen zu starker Beschädigungen des Schiffes nach Orkanen mit Windstärke zehn zwar abgebrochen werden, aber Görlitz und seine Crew haben 2007 von New York aus rund 4.400 Kilometer über den Atlantik zurückgelegt. Und das ohne Segelerfahrung und mit nur einem Segel! Noch bemerkenswert: Auf der Abora III wurden kein Nagel und keine Schraube verbaut ... Die New York Times bezeichnete Görlitz damals als "Deutschen Indiana Jones, der versucht auf einem Strohballen den Nordatlantik zu überqueren".

Regelmäßig werden von den Vereinsmitgliedern Segeltörns in Sachsen-Anhalt und Sachsen durchgeführt, so auf dem Geiseltalsee oder auf der Talsperre Kriebstein jeweils mit DILMUN-Booten. "Nur, wenn wir begreifen, wer wir wirklich sind, woher wir kommen und was unsere Bestimmung ist, haben wir eine reale Chance, den unausweichlichen Veränderungsprozess erfolgreich zu meistern. Nach dem Untergang der antiken Kulturen hat es die Menschheit ein weiteres Mal in der Hand, ob sie es mit ihrem gesammelten Wissen schafft, die richtigen Entscheidungen für die Zukunft zu treffen", so Dr. Dominique Görlitz zusammenfassend.

 

Pool für Abenteurer und Entdecker

Der "ABORA-Verein" bietet für viele Hobbyforscher, Enthusiasten und Menschen mit Entdecker-Freude einen Pool, um sich gemeinsam auf die Suche nach unserem Ursprung zu begeben. Dr. Dominique Görlitz hat sein Wissen und seine Erfahrungen auf vielen internationalen Kongressen und anderen Veranstaltungen bereits einem breiten Publikum präsentiert. Und (fast) überall wird er wegen seines unbändigen Enthusiasmus bewundert ... Wer mehr über Abora und den "Verein für experimentelle Archäologie und Forschung" erfahren möchte, kann das unter www.abora.eu.

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