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"Für die Abwehrarbeit war sich keiner meiner Spieler zu schade"

Interview Christoph Franke war zu den Europapokal-Spielen des FC Karl-Marx-Stadt als Co-Trainer von Hans Meyer dabei. Zehn Jahre später machte er als Chef sein Meisterstück, indem er mit dem CFC den Sprung in die 2. Bundesliga schaffte. Im Gespräch mit BLICK-Reporter Knut Berger äußert er sich über eine tolle Serie, ein Handspiel und verrät, ob er noch heute die Punktspiele des CFC verfolgt.

Herr Franke, Sie haben in ihrer Laufbahn als Trainer viel erlebt. Welche Bedeutung hat für sie der Aufstieg von 1999?

Christoph Franke: Tatsächlich habe ich in meiner Laufbahn viel erlebt und so manchen Erfolg feiern können. Doch der Aufstieg von 1999 ist sicherlich etwas besonderes gewesen. Ich bin schon stolz, dass ich es mit der Mannschaft nach dem Abstieg von 1996 und zwei Übergangsjahren dann geschafft habe, vorn anzugreifen und schließlich den Sprung in die Liga zu packen.

 

Eine ruhige Saison war es aber nicht...

Nein. Im Oktober 1998 hatten wir vier Punkte Rückstand auf den Tabellenführer. Da wurden die Verantwortlichen bei uns unruhig. Es wurde sogar schon über meine Entlassung gesprochen.

 

Doch das zu ist es nicht gekommen. Warum?

Weil die Mannschaft in der Rückrunde eine Siegesserie gestartet hat und rund 1000 Spielminuten in Folge ohne Gegentor blieb. Unser Torhüter Antonio Ananiev lief dabei zu einer regelrechten Hochform auf. Er hielt so manchen sogenannten unhaltbaren Ball und legte so die Basis für diesen Erfolg.

 

Was hat ihre Mannschaft damals ausgezeichnet?

Um es mal kurz zu sagen: Alle haben sich in der Defensive voll reingekniet und vorn hatten wir Stürmer, die im richtigen Moment getroffen haben. Für die Abwehrarbeit war sich keiner meiner Spieler in keiner Situation zu schade.

 

Bis zum ersten Relegationsspiel in Osnabrück lief alles nach Plan. Doch dann gab es einen großen Aufreger. Was war passiert?

Unser Stürmer Ronny Kujat hatte in der ersten Halbzeit völlig unmotiviert den Ball mit der Hand gespielt. Durch den verwandelten Elfmeter verloren wir das Spiel. Ich soll anschließend bis zum Rückspiel nicht mehr mit ihm geredet haben. Längst können wir wieder darüber lachen, zumal Ronny im Rückspiel nach seiner Einwechslung das 2:0erzielt hat.

 

Die aktuelle Mannschaft des CFC hat den Wiederaufstieg in die 3. Liga geschafft. Verfolgen Sie das Geschehen beim Club noch?

Aber natürlich! Ich gehe regelmäßig zu den Heimspielen und schaue mir mit Weggefährten wie Eberhard Schuster, Frank Sorge, Gerd Schädlich, Peter Müller oder Manfred Kupferschmied an, wie sich die Mannschaft schlägt. Natürlich drücken wir nun in der nächsten Saison der Truppe die Daumen, dass sie in der Liga bestehen kann.

 

Was machen Sie, wenn es nicht zum Fußball geht?

Mein Elternhaus stand zwischen zwei Bauernhöfen, da bin ich mit Tieren aufgewachsen. Jetzt, wo ich wieder Zeit habe, kann ich mich einer kleinen Landwirtschaft mit Hasen, Hühnern und Tauben widmen. Das ist überschaubar und macht mir viel Spaß.

 

BLICK beleuchtet in einer Sonderserie zwei Highlights in der Vereinshistorie des FC Karl-Marx-Stadt/Chemnitzer FC. Lesen Sie morgen im neunten Teil  wie sich Thomas Laudeley an die Sternstunden der Himmelblauen erinnert.



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