FDP-Chef Lindner zu Gast in Chemnitz

Wahl Talent, Technologie und Toleranz sind Schlagworte des Wahlprogramms

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Im Wahlkampf lässt sich auch manch Bundespolitiker in Chemnitz blicken. Während SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz im Rahmen seiner Sommertour eher den kleinen Auftritt mit großem Pressetross am Smart Systems Campus wählte, machte es FDP-Chef Christian Lindner am Mittwoch umgekehrt: An die 400 Gäste folgten der Einladung der liberalen Wilhelm-Külz-Stiftung in die Halle 2 der Chemnitzer Messe, ausweislich der Auto-Kennzeichen teilweise von weither angereist. "Zwischen digitaler Revolution und Ingenieurgeist - Welche Zukunft hat unsere Industrie in Sachsen und Deutschland?" waren Impulsrede und Podiumsbeiträge Lindners überschrieben.

Was will die FDP überhaupt?

So skizzierte er die Grundsätze des FDP-Programms: Deutschland gäbe sich zufrieden mit mittleren Plätzen beim Ausbau der digitalen Infrastruktur. Das sei zu ändern. Finanziert werden könnte das Ganze über den Verkauf der Bundesanteile an Post und Telekom. Lindner forderte qualifizierte Zuwanderung nach Deutschland - inklusive Einwanderungsgesetz. Er wünschte sich eine marktwirtschaftlicher orientierte Energiepolitik, weniger Bürokratie, mehr Flexibilität auf den Arbeitsmärkten. Die sächsische Wirtschaft müsse sich stärker auf ihre Ingenieurskunst und das Design von Produkten konzentrieren, weniger auf die Produktion.

Digitalisierung - Eines der Hauptthemen

Vor allem müsse die mittelständische Wirtschaft damit aufhören, die Folgen der Digitalisierung dramatisch zu unterschätzen: "Wir denken in der Wirtschaft in Fußball-Metaphern, wir spielen aber inzwischen Eishockey - viel schneller und härter", erläuterte er. Entsprechend müssten auch kleine und mittelständische Unternehmen massiv in die Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse investieren. Für den Erfolg der sächsischen Wirtschaft sei auch das gesellschaftliche Klima mitentscheidend: "Talent, Technologie und Toleranz müssen zusammenkommen" - in Anspielung auf die Pegida-Demonstrationen erklärte er, montägliche Spaziergänge seien eher kontraproduktiv.