Fernlernen immer beliebter

Weiterbildung Sammelband des Bundesinstituts für Berufsbildung

Während die Weiterbildungsbeteiligung in Deutschland - insgesamt betrachtet - seit Jahren stagniert, belegen gleichzeitig immer mehr Menschen einen Fernlehrgang. Auch die Zahl der Fernstudierenden und die Ausdifferenzierung der Bildungsangebote nimmt zu. Wie aber finden Interessierte das passende Angebot? Wie vereinbart man Fernlernen mit Beruf und Familie - und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Bildungsberatung? Diesen und anderen Fragen, die bei Auswahl und Teilnahme an Fernlehrgängen und Fernstudienangeboten auftreten, geht der Sammelband "Bildungsberatung im Fernlernen. Beiträge aus Wissenschaft und Praxis" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) nach. Neben einem Überblick zur historischen Entwicklung und zu didaktischen Besonderheiten dieser Bildungsmethode umfassen die Buchbeiträge ein breites thematisches Spektrum - von empirisch fundierten Erkenntnissen zur Perspektive der Nachfragenden bis zu Einblicken in die Praxis und zur Erörterung von konzeptionellen, didaktischen und organisatorischen Aspekten aus hochschulischer Sicht.

Vorteile und Grenzen von netzgestützter Bildungsberatung

Forschungsergebnisse des BIBB, die auf einer Befragung von 8.611 Interessierten und Teilnehmenden Ende 2009 beruhen, ermöglichen differenzierte Aussagen zu individuellen Beratungsanliegen und zur Nutzung von Informationsquellen im Vorfeld der Kursbelegung. So zeigt sich beispielsweise zum Thema Internetnutzung, dass internetbasierte Formen der neutralen, d.h. trägerunabhängigen Bildungsberatung bisher kaum etabliert sind. Dies betrifft sowohl die didaktische Aufbereitung der Lehr- oder Studieninhalte als auch ihre Nutzung für Recherche- oder Beratungszwecke. So ergab die Onlinebefragung, dass mehr als 70% der Befragten eine Suchmaschine im Vorfeld der Belegung eines berufsbildenden Fernlehrgangs oder eines Fernstudiums nutzten. Zugleich waren neutrale Angebote der Bildungsberatung kaum bekannt (ca. 28%) und wurden nur selten genutzt (von ca. 6% der Befragten).

Lernprozessbegleitende Unterstützung

Zur Vermeidung von Lernabbrüchen bei Fernlehrgängen und Fernstudienangeboten, die mitunter mehrjährige Laufzeiten haben, müssen die Teilnehmer/-innen den schwierigen Spagat zwischen Erwerbstätigkeit, Familienleben, Freizeit und Lernen meistern. Für die Bildungsberatung gilt es, Motivationstiefs entgegenzuwirken und lernprozessbegleitende Unterstützung anzubieten. Wie dies gehen kann, zeigen ein Abriss über die Entwicklung des Tele-Tutoring sowie ein Beitrag zur Praxis eines Fernlehrinstitutes - mit Anregungen zu einer vertiefenden Auseinandersetzung. Weiterführende Informationen unter www.bibb.de/bildungsberatungfernlernen