Firmen lehnen Aufträge ab

Wirtschaft Fachkräfte knapp - IHK: Auspendler sind "verschenktes Potenzial"

Wenn am heutigen Samstagabend in der Chemnitz Arena das X-mas-Game der Basketball-Niners angepfiffen ist, dann werden nicht nur an die 4.500 Zuschauer dabei. Für das Chemnitzer Fachkräfteportal sind diese Zuschauer auch Kandidaten, die auf der Seite chemnitz-zieht-an.de eine neue Stelle finden könnten - und deshalb ist das Portal in der Arena als Spieltagssponsor präsent. Vor allem Menschen, die zu den Weihnachtstagen ihre Verwandtschaft oder Freunde in der Region besuchen, sollen angesprochen werden. "Pendler und Rückkehrer werden als Fachkräfte für die Region immer wichtiger", teilte auch die Industrie- und Handelskammer Chemnitz in dieser Woche mit. Im vergangenen Jahr nahm die Zahl der Auspendler zwar weiterhin ab und auch die Zahl der Einpendler in den Kammerbezirk Chemnitz ist seit 2008 um 16 Prozent gewachsen: Auf 40.000 Menschen, darunter 1.500 Beschäftigte, die sogar aus dem Ausland anreisen, um in der Region zu arbeiten. Trotzdem ist die Zahl der Auspendler nach wie vor noch deutlich größer. "Neun von zehn Fachkräften, die pendeln, sind echte Fachkräfte", weiß Christoph Neuberg, bei der IHK Chemnitz für Industrie und Außenwirtschaft zuständig: "Das ist verschenktes Potenzial." Das wirkt umso schmerzhafter, da die Arbeitsagentur in der Region aktuell 12.000 freie Stellen anbietet: "5.000 davon sind in Produktion und Fertigung offen", so Neuberg. "Und wir wissen ja: Nicht jede offene Stelle wird gleich der Arbeitsagentur gemeldet." Facharbeiter und Gesellen sind dabei die mit Abstand gefragtesten Fachkräfte, wie eine neue IHK-Studie zeigt. Überein Drittel der für diese Studie befragten 1.400 Unternehmen musste bereits Aufträge mangels Personalkapazitäten ablehnen. Kein Wunder also, dass viele Unternehmen unterschiedlichste Wege gehen, um an Bewerber zu kommen - wie zum Beispiel lokale oder regionale Fachkräfte-Portale wie "Chemnitz zieht an!". Die Zahl der beteiligten Unternehmen wuchs in diesem Jahr kräftig auf über 50 Partner. Und auch die Zahl regionaler Fachkräfte-Initiativen nimmt zu.