„Flick dein Zeug“: Chemnitz setzt ein Zeichen gegen Fast-Fashion

Chemnitzer Enthusiasten bereiten Fashion Revolution Week vor

Chemnitz

Kleidung reparieren, statt sie wegzuwerfen. Das ist für Ina Goetz, Henriette Helmstedt und Cindy Paukert eine Selbstverständlichkeit, aber auch eine Herzensangelegenheit. Sie wollen Menschen dafür sensibilisieren, dass nicht ständig etwas Neues her muss. „Es ist ein Supergau, was durch Fast-Fashion für Müll auf der Welt produziert wird“, sagt Maßschneidermeisterin Henriette Helmstedt.

Die Vision hinter „Fashion Revolution“

Die drei Frauen sind Teil der Initiative „Fashion Revolution“, die auch eine Ortsgruppe in Chemnitz hat. Sie sieht die Zukunft in nachhaltiger Kleidung, einem Ende der Massenproduktion und einem bewussteren Umgang mit Textilien. Mit dem jährlichen Gedenktag Fashion Revolution Day am 24. April ruft die Kampagne dazu auf, die positive Seiten der Modeindustrie zu feiern. An diesem Tag stellen Designer, Einzelhändler, Brands, Produktionen und viele andere, in Gedenken an den Fabrikeinsturz in Bangladesch vom 24. April 2013, nachhaltigere Produktionsverfahren und Konzepte vor und sprechen Menschen auf die Frage nach der Herkunft ihrer Kleidung an.

Aktionswoche in Chemnitz: Mitmachen ausdrücklich erwünscht

In Chemnitz findet vom 17. bis 28. April die Fashion Revolution Week statt. Wer selbst etwas für fairen und nachhaltigen Kleidungskonsum tun möchte, aber auch wer sich noch nie mit dem Thema beschäftigt hat und einfach neugierig ist, kann an verschiedenen Veranstaltungen teilnehmen. Geplant sind Kleidertausch-Aktionen, Diskussionen und Vorträge. Hauptort für die Veranstaltungen ist das Textilatelier Undoyarn von Ina Goetz auf der Markusstraße 21. Sie verwertet dort Textilien, die eigentlich für die Vernichtung vorgesehen waren. Ina Goetz trennt gestrickte Waren auf und verwendet das Garn wieder. Das Ergebnis ist ein einsatzbereites Garn, das sich nur geringfügig von Neuware unterscheidet.

Ein starkes Netzwerk für Nachhaltigkeit

Die Fashion Revolution Week Chemnitz will jede Menge Wissen vermitteln, warum es sich lohnt, die persönlichen Klamotten genauer anzuschauen und das eigene Kaufverhalten zu hinterfragen. Neben dem Textilatelier sind auch das Kraftwerk, der Verein „Limbach-Oberfrohna vor alle“, die Handwerkskammer, die zwei Buchhandlungen Universitas und Evangelische Buchhandlung, die Stadtteilbibliothek Gablenz und „I.N.A. Die Schneiderei“ in Schwarzenberg eingebunden.

Das Programm im Überblick

  • Den Auftakt gibt es am 17. April um 19 Uhr im Textilatelier Undoyarn mit einer Diskussion unter dem Titel „Wohin mit meinen Altkleidern?“.
  • Vom 17. bis 22. April sind Kleidertausch-Aktionen geplant.
  • Am 18. und 19. April eine textile Märchenstunde, um auch Kinder für das Thema abzuholen.
  • Am 21. April wird ein Spieleabend mit dem neuen Spiel „Misson T-Shirt“ organisiert.
  • Am 22. April findet die Aktion „Flick dein Zeug“ statt
  • Am 23. April soll es einen Kleidertausch in der Mensa der TU Chemnitz geben.

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