"Flüchtlinge sind häufig traumatisiert"

Angebot Weiterbildung für Betreuer und Helfer

Zur Fortführung des Projekts braucht das Sportgymnasium kurzfristig Sponsoren aber auch private Spender. "Es fehlt an so vielem, die meisten Jungs haben nicht mal Sportschuhe", erklärt Schulleiter Steffen Kamprad, "wir wollen deshalb über den Förderverein des Gymnasiums weitere Hilfe organisieren". Gemeinsamer Sport mit Schülern des Sportgymnasiums ist für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge, die in der Notaufnahme auf dem Gelände des Sportgymnasiums untergebracht sind, nicht nur willkommene Beschäftigung.

Traumatische Erfahrungen

Viele unbegleitete Minderjährige aus Kriegs- und Krisengebieten wie Syrien, Irak oder Afghanistan sind bei ihrer Ankunft in einem körperlich und psychisch schlechten Zustand, haben der Flucht oft Schreckliches erlebt, können traumatisierende Erfahrungen nicht allein bewältigen. Sie brauchen daher zuerst Verständnis und Zuwendung. Betreuer und Helfer in der Flüchtlingsarbeit geraten dabei oft selbst an Belastungsgrenzen. Hilfe bietet jetzt die Stadt im Rahmen von Weiterbildungen für Helfer in der Flüchtlingsarbeit an. Organisiert werden die Kurse vom Sächsischen Weiterbildungskreises für Psychotherapie, Psychoanalyse und Psychosomatische Medizin (SWK-Chemnitz). Bei der ersten Veranstaltung am Donnerstag ging es vorrangig um Aufklärung über unendliche Nöte und Schwierigkeiten, welche die Flüchtlinge durchmachen. "Sie haben es geschafft, aus ihren Ländern ausbrechen und verdienen dafür unseren Respekt", erklärte Natascha Unfried vom Sozialpädiatrischen Zentrum Chemnitz. Detailliert ihre Fluchtgründe zu schildern dürfe man kaum erwarten, so die Psychotraumatologin. Angst und Scham machten derlei Auskünfte anfangs unmöglich. Wichtig gerade für Minderjährige seien Verständnis, Fürsorge und Mitgefühl, ohne dabei in Mitleid zu verfallen. Vielmehr gelte es, sie zu ermuntern, ganz normale Dinge zu tun, mit ihnen zu sprechen und sie zu informieren. "Diese Menschen kommen aus einem anderen Kulturkreis", erläutert Natascha Unfried, "haben gerade im zwischenmenschlichen Umgang andere Gewohnheiten". Betreuer und Helfer sollten daher nicht genervt sein, wenn Flüchtlinge anders reagieren als Einheimische. Die Weiterbildungen für Helfer in der Flüchtlingsarbeit werden im Januar und Februar fortgesetzt. Themen sind dann Supervision und Deeskalationstraining. Anmeldungen per E-Mail unter: info@swk-chemnitz.de.