Flüchtlingsambulanz soll Hausarztpraxen entlasten

Kosten Freistaat zahlt für Asylsuchende aus Erstaufnahmeeinrichtung

Chemnitz ist nach Dresden und Leipzig die dritte Flüchtlingsambulanz in Sachsen. "Hier erhalten Asylsuchende die gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen der Gesundheitsversorgung", sagte dazu Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch am Freitag. Betrieben wird die Praxis von der Kassenärztlichen Vereinigung. Bezirksgeschäftsstellenleiter Axel Stelzner erhofft davon eine deutliche Entlastung der Hausarztpraxen. Der Allgemeinmediziner weiß wovon er spricht. "Zu häufigen Verständigungsproblemen kommt ein enormer bürokratischer Aufwand", erklärt Stelzner. Behandlungskosten für Bewohner von Erstaufnahmeeinrichtungen trägt das Land, für anerkannte Flüchtlinge zahlen die Kommunen. Oftmals gäben Ärzte zudem Medikamente aus eigenem Bestand weiter, so Stelzner. Für den Betrieb wird die noch vorhandene Einrichtung der früheren Rettungsstelle genutzt. Notwendiges medizinisches Gerät wurde extra beschafft. Nicht medizinisches Personal stellt das Klinikum Chemnitz. "Befürchtungen, kein Personal finden zu können, erwiesen sich als unbegründet", sagt Verwaltungsdirektorin Ute Dornheim, "wir erhielten viele Bewerbungen auch von außerhalb". So gehört auch eine Ärztin zum Team, die bereits im Ruhestand war. In Kürze soll ein Bustransfer von der Erstaufnahmeeinrichtung und den Außenstellen zur Ambulanz organisiert werden. Den Rückweg müssen die Patienten allein bewältigen. "Die Flüchtlinge sollen sich hier schnell integrieren", sagt Stelzner, "das ist auch ein Anreiz, die Sprache zu lernen". Der Nutzungsvertrag für die Ambulanz ist zunächst bis 30. Juni 2016 befristet. "Die Praxen sind erfolgreich gestartet. Wir ziehen am Jahresende eine erste Bilanz und entscheiden dann, ob wir das Modell regional ausweiten", kündigte Ministerin Klepsch an.