Foodsharing Chemnitz eröffnet neuen Fair-Teiler

Aktion Teilen statt Wegschmeißen

Eine ausgediente Telefonzelle auf der Peterstraße 26 des Stadtteils Sonnenberg wird seit dieser Woche wieder konstruktiv genutzt: Als Fair-Teiler der Plattform Foodsharing. Fair-Teiler sind Orte, an denen ein Schrank oder Kühlschrank steht, in denen Lebensmittel, die man selbst nicht mehr braucht, abgelegt und andere mitgenommen werden können. In Chemnitz gibt es mittlerweile sechs davon.

Foodsharing steht für eine Gemeinschaft, die Lebensmittel vor dem Abfall retten will. In Chemnitz haben sich bereits über 300 Nutzer auf einer Online-Plattform dafür registriert. 100 von ihnen betreiben aktives Foodsharing - das heißt, sie holen Brote, Brötchen, Milchprodukte oder Obst und Gemüse, die nicht mehr verkauft werden können, aus einem der Fair-Teiler in Chemnitz oder direkt von Betrieben, wie Supermärkten, Bäckereien und Restaurants, ab. "Wir haben aktuell elf Kooperationen mit Betrieben", informiert Maren Troschke, die 2014 eine der Initiatorinnen für den Start von Foodsharing in Chemnitz war. Die junge Frau lebt mit ihrem Partner und drei Kindern seit vielen Jahren aktiv das Modell Foodsharing. Bis zu 70 Prozent der Lebensmittel, die die Familie zu sich nimmt, holt sie sich bei Foodsharing-registrierten Betrieben direkt ab. Das spart nicht nur Geld im eigenen Portemonnaie, sondern sei vor allem ein großer Beitrag in puncto Lebensmittelrettung. "Und darum geht es uns. Es wird so viel weggeworfen, was einfach noch problemlos verwertet werden kann", sagt Maren Troschke. Künftig wollen sie und weitere Aktive aus Chemnitz in Aufklärung und Bildungsarbeit investieren, um das Thema Foodsharing in der Stadt noch bekannter zu machen. Außerdem gibt es regelmäßige monatliche Kennenlerntreffen, die für jedermann offen sind und bei denen das System auch noch einmal erklärt wird. Immer am ersten Sonntag im Monat findet das Treffen im Kaffeesatz auf der Zietenstraße statt - das nächste am 5. April von 11 bis 16 Uhr.