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Forschung: Negative Asyl-Effekte durch Corona

Forschung Kaum maßgebliche Verbesserungen des Europäischen Asylsystems

Die Corona-Pandemie hat viele andere Themen in den Hintergrund gedrängt, darunter auch jüngere Impulse zur Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS). Birgit Glorius vom Institut für Europäische Studien und Geschichtswissenschaften der TU Chemnitz hat in den vergangenen Jahren intensiv zum GEAS geforscht. "Obgleich die Projektlaufzeit im Oktober 2019 endete, läuft die Ergebniskommunikation auf vollen Touren", berichtet die Inhaberin der Professur Humangeographie. So entwickelte das Projektteam unter anderem "Briefing Papers" für die neu etablierte Europäische Kommission unter Ursula von der Leyen.

Im Zuge der Corona-Pandemie drohen jedoch die guten ersten Ansätze seitens der Europäischen Kommission zunehmend in den Hintergrund zu geraten. "Sehr deutlich ist diese Situation anhand der rund 40.000 Geflüchteten zu erkennen, die derzeit in heillos überfüllten Lagern auf den griechischen Inseln ausharren", sagt Glorius. Während sich im Januar und Februar 2020 auf EU-Ebene ein Konsens entwickelte, zumindest die minderjährigen unbegleiteten Geflüchteten aus den Lagern herauszuholen und auf andere europäische Staaten zu verteilen, sind diese Ansätze durch die Corona-Pandemie fast zum Erliegen gekommen. "Inzwischen wurden zwar zwölf Kinder und Jugendliche nach Luxemburg und 50 weitere nach Deutschland ausgeflogen, doch das ist angesichts der Gesamtsituation in den Lagern [...] erschütternd wenig", schätzt die Chemnitzer Wissenschaftlerin ein.