Für eine lebenswerte Zukunft!

Demo Schüler ziehen in den Streik

Am heutigen Freitag protestieren junge Menschen in mehr als 1000 Städten in über 70 Ländern weltweit für eine konsequente und zukunftsfähige Klimapolitik sowie die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens und des 1,5 Grad Celsius-Ziels. Auch auf dem Chemnitzer Neumarkt fanden sich hunderte Jungen und Mädchen ein, mit selbst gebastelten Schildern, auf denen unter anderem die Frage stand "Warum für eine zerstörte Zukunft lernen?".

Die demonstrierende Jugend ist überzeugt, dass es an der Zeit ist, weniger auf Konzern- und mehr auf Bürgerinteressen zu hören. "Streiken ist immernoch die effizienteste Form, um Aufmerksamkeit zu erregen", sagte Anja Walter. Die Schülerin war mit ihrer Klasse aus einem Zwickauer Gymnasium nach Chemnitz gekommen und hatte sich von der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg inspirieren lassen.

"Aber es wird einfach nicht genug getan."

Das Regenwetter schreckte hunderte Schüler nicht ab, für eine bessere Klimapolitik auf die Straße zu gehen. Unter ihnen war auch Cindy Weigel, die das erste Mal in ihrem Leben an einer Demo teilnahm. Der Klimaschutz ist für die 17-Jährige das wichtigste Thema in der Politik. "Aber es wird einfach nicht genug getan", sagte sie. Das findet auch Lene Sternkopf, 14 Jahre alt, vom Chemnitzer Goethe-Gymnasium. Sie wünscht sich, dass insbesondere mehr in punkto Plastikverbrauch und Massentierhaltung unternommen wird. Lene Sternkopf selbst ist Vegetariern und achtet persönlich auf, möglichst wenig Plastikmüll zu produzieren. "Wir machen diese Aktion hier ja für uns, für unsere Zukunft", sagte sie.

Die Jugend geht es sehr wohl etwas an, was in der Politik gemacht wird!

Max Heimann erregte mit einem besonderen Schild Aufmerksamkeit: Er hatte einen Radlenker mit einer Pappe dabei, auf der stand: "Fuck your Cars. Ihr wärt nicht so fett, wenn ihr laufen würdet". Der 21-Jährige stammt ursprünglich aus Chemnitz und studiert jetzt in Dresden Hydrowissenschaften. Das Thema Umwelt interessiert ihn schon lange. Heimann selbst hat keinen Führerschein und würde es begrüßen, wenn auch andere Bürger häufiger zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs wären, um das Klima zu schonen.

Als Eisbär verkleidet trat Heinrich Rödel in die demonstrierende Menge. Er und seine Schwester Margarethe gehören der Grünen Jugend in Chemnitz an, die sich aller 14 Tage im Grünen-Büro auf dem Brühl trifft und derzeit 13 Mitglieder zählt. "Wir wollen heute deutlich machen, dass es uns Jugend sehr wohl etwas angeht, was in der Politik gemacht wird", so Margarethe Rödel.