Ganzes Werk von Felixmüller

Ausstellung Im Museum Gunzenhauser öffnet morgen eine Retrospektive

Wie vielfältig die Sammlung von Alfred Gunzenhauser ist, das wird sich dem Chemnitzer nur Stück für Stück erschließen. Neue Erkenntnisse dazu bietet ab dem morgigen Sonntag die Ausstellung "Conrad Felixmüller. Zwischen Kunst und Politik", die im nach dem Stifter benannten Museum an der Zwickauer Straße eröffnet. "Unsere Sammlung beherbergt 116 Kunstwerke", so Museumschefin Ingrid Mössinger. Das älteste ist eine Federzeichnung von 1914, das jüngste eine Druckgrafik von 1970: "Damit können wir das gesamte Lebenswerk von Conrad Felixmüller abbilden", freut sich Kurator Thomas Bauer-Friedrich. So nimmt die Sonderausstellung einen Künstler in den Blick, der seiner sächsischen Heimatgegend beinahe lebenslang treu geblieben war: "Er galt als musisches Wunderkind", weiß Bauer-Friedrich über den frühen Felixmüller zu berichten. In den 1920er Jahren habe er versucht, mit Kunst in die Politik einzugreifen, 1933 seien seine Werke zur entarteten Kunst gezählt worden: "Felixmüller selbst hatte da mit seinen frühen, expressionistischen Arbeiten bereits gebrochen", so der Kurator. Die stießen dennoch beinahe bis heute auf das größte Interesse auf dem Kunstmarkt: "Ausstellungen drehten sich bisher fast nur um diese Phasen, was dem Künstler nicht gerecht wird." So will man im Museum Gunzenhauser dem Blick auf Felixmüller neue Facetten hinzufügen: "Wir haben schließlich einen Menschen, der Deutschland künstlerisch und biografisch von der Kaiserzeit bis zur Teilung in BRD und DDR begleitet hat." Insgesamt 180 Werke - zu den eigenen auch viele Leihgaben - sind in der Sonderschau bis April 2013 im Gunzenhauser zu sehen.