Gastronom appelliert: "Es geht nur mit der Solidarität aller"

Corona-Krise Gernot Roßner reagiert mit einem Liefer- und Abholservice auf die aktuelle Lage

An niemandem geht die Corona-Krise spurlos vorbei. Jeder ist auf irgendeine Art und Weise davon betroffen oder dadurch eingeschränkt. Besonders hart treffen die im Kampf gegen das Virus notwendigen Maßnahmen auch die Gastronomiebranche. Gernot Roßner, der in der Stadt die Lokale "Heck-Art", "Brazil", "Buono" und "Michaelis" betreibt, ist quasi vierfach betroffen: "Natürlich ist die aktuelle Lage sehr schwierig. Wir bemühen uns derzeit in alle Richtungen, um den Schaden zu begrenzen. Sowohl für die Lokale als auch für unsere Mitarbeiter, die größtenteils bereits in Kurzarbeit sind und natürlich dadurch auch Einbußen haben", beschreibt der Chemnitzer Gastronom die Situation.

Liefer- und Abholservice wurde eingerichtet

So gibt es im "Buono" und im "Brazil" aktuell einen Lieferservice in der Zeit zwischen 11 und 15 Uhr sowie 17 und 22 Uhr. "Die Kunden können gern ihre bestellten Speisen auch selbst abholen. Bei Selbstabholung bekommen sie 20 Prozent Rabatt", lässt Roßner wissen. Bestellungen können auch online aufgegeben werden. Beides wird bereits gut angenommen.

Zuschüsse können nur ein Teil der Lösung sein

Bund und Länder haben Kredite und Zuschüsse in Aussicht gestellt, um die Unternehmen in dieser schwierigen Situation zu unterstützen. Doch die bisher versprochenen Maßnahmen gehen laut Gernot Roßner nicht weit genug. Kredite und Zuschüsse könnten nur zur Überbrückung eine Lösung sein. "Die Gastronomen brauchen aber für die Zeit nach der Krise zwingend Unterstützung bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Schäden. Eine Maßnahme könnten steuerliche Erleichterungen für Gaststättenbetreiber sein, zumindest für einen bestimmten Zeitraum. Beispielsweise könnte für gastronomische Dienstleistungen generell ein ermäßigter Steuersatz bei der Umsatzsteuer eingeführt werden. Aktuell werden Dienstleistungen im Restaurant mit 19 Prozent Umsatzsteuer belastet, Außerhausgeschäfte und Übernachtungen lediglich mit 7 Prozent. Darüber hinaus könnten Einkommensteuern und Gewerbesteuern erlassen werden. Die Branche leidet seit einigen Jahren ohnehin durch stetig steigende Kosten und Belastungen. Hier muss sich dringend etwas ändern, wenn wir die Vielfalt der Gastronomiekultur erhalten wollen", macht Roßner deutlich.

Vielfältige Ansätze sind notwendig

Es laufen im Moment auch Gespräche mit Partnern und den Vermietern der Räumlichkeiten, in denen die einzelnen Lokale ansässig sind. "Wir haben diesbezüglich schon gute Gespräche geführt, um Lösungen für die aktuelle Situation zu finden. "Das geht aber nur mit der Solidarität aller einzelnen Parteien. Wir stehen das jetzt gemeinsam durch, ist sich Roßner sicher und blickt trotz der aktuellen Situation optimistisch auf die Zeit nach der Krise.