Gedenkstätten erhalten Millionenförderung

Gedenkorte Historisch-politische Bildung soll vermittelt werden

Chemnitz/Stollberg. 

Nun ist es offiziell: zur Errichtung der Gedenkstätte Frauenzuchthaus Hoheneck Stollberg und des Lern- und Gedenkortes Kaßberg Gefängnis in Chemnitz wurde eine Millionenförderung genehmigt. Die Umgestaltung des ehemaligen Gefängnisses erhält eine Förderung von 3,4 Millionen Euro. Das ehemalige Frauenzuchthaus Hoheneck soll mit knapp 1,5 Millionen Euro unterstützt werden. Beide Projekte werden jeweils zu Hälfte vom Bund finanziert.

Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange: "Ich gratuliere den Verantwortlichen vor Ort in Stollberg und Chemnitz sehr herzlich zu diesem großartigen Erfolg! Durch die Bewilligung der Anträge können jetzt zwei wichtige Gedenkstätten im Freistaat Sachsen errichtet werden, mit denen jeweils am authentischen Ort an das vielfach begangene SED-Unrecht, aber auch an dessen Überwindung erinnert werden soll. Diese Orte werden der historisch-politischen Bildung dienen und so dazu beitragen, dass die erlittenen Repressionen, aber auch der politische Widerstand dagegen, nicht vergessen werden."

Hintergrund

Das ehemalig größte Frauengefängnis der DDR soll zukünftig an den politischen Widerstand von Frauen gegen die kommunistische Gewalt würdigen und soll gleichzeitig Anlaufpunkt für die "Frauen von Hoheneck" sein. Auch Zwangsarbeit im Strafvollzug der DDR soll in der Gedenkstätte thematisiert werden.

Für alle durch die BRD aus der DDR freigekauften Häftlinge diente das ehemalige Kaßberg-Gefängnis als zentrale Durchgangsstation. Nun sollen diese Geschichten in der Gedenkstätte im Fokus stehen. Besonders die Nutzungen während der NS-Zeit sowie die Zeit zwischen 1945 bis 1852 (BSZ) sollen aufgearbeitet werden . Besucher können zukünftig auch einzigartige Einblicke in das Zeitzeugen-Archiv für freigekaufte Häftlinge gewinnen.