Gedichte eines Querkopfs

Literatur Heym- Gespräch in Villa Esche

Stefan Heym, 2001 in Israel verstorbener Ehrenbürger der Stadt, wird am Dienstag mit dem vierten Stefan-Heym-Gespräch geehrt. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr in der Villa Esche.

Besprochen werden dabei vor allem die frühen Gedichte des später weltbekannten Autors. Heym, der 1913 in Chemnitz als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie geboren wurde, hatte in der Stadt auch seine ersten literarischen Veröffentlichungen vorgelegt und sich bereits damals als Querdenker bewiesen. Sein 1931 in der sozialdemokratischen Tageszeitung "Volksstimme" veröffentlichtes Gedicht "Exportgeschäft" hatte schließlich dazu geführt, dass er zunächst des Gymnasiums verwiesen wurde und anschließend nach Berlin übersiedelte, um dort das Abitur abzulegen und Journalistik zu studieren. 1933 floh er vor den Nationalsozialisten in die Tschechoslowakei. 1935 übersiedelte er in die USA. In dieser Zeit schrieb er rund 300 Gedichte - oft zeitkritische und politische Arbeiten, die später von seinen großen Romanen in den Schatten gestellt wurden. Viele persönliche Gedichte hingegen wurden erst nach seinem Tod wieder entdeckt.

Eine Auswahl dieser frühen Texte wird am Dienstag zu Gehör gebracht und besprochen - unter anderem von Witwe Inge Heym sowie von Ulrike Uhlig und Michael Müller von der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft, die sich dem Andenken an Chemnitz' großen Sohn verschrieben hat.