Geheimnis im Nischel: Warum Experten jetzt den Karl-Marx-Kopf untersuchen

Was steckt im Inneren des Chemnitzer Wahrzeichens? Vorbereitungen zur Restaurierung des Marx-Monuments starten

Chemnitz

Das Karl-Marx-Monument an der Brückenstraße ist rund 7,10 Meter hoch, wiegt etwa 40 Tonnen und gilt als zweitgrößte Porträtbüste der Welt. Längst ist das Denkmal nicht nur ein Relikt der DDR-Zeit, sondern eines der wichtigsten Wahrzeichen von Chemnitz und ein beliebtes Fotomotiv für Besucher der Stadt.

Konstruktionsaufbau unklar

Aktuell steht eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt – im Volksmund „Nischel“ genannt – vor seiner umfassendsten Restaurierung seit der Einweihung im Jahr 1971. Mehr als fünf Jahrzehnte nach der Errichtung ist allerdings unklar, wie die Konstruktion genau aufgebaut ist. Zwar existieren Baupläne, doch sie beantworten nicht alle Fragen.

Überraschung im Inneren möglich

So lässt sich derzeit nicht mit Sicherheit sagen, ob das Monument von einem Stahlgerüst getragen wird oder – ähnlich wie das Denkmal „Revolutionäre Matrosen“ in Rostock, das aus derselben sowjetischen Werkstatt stammt – ausschließlich über eine Schraubenkonstruktion stabilisiert wird. Eine Inspektion des Innenraums soll Klarheit schaffen. Dafür wird zunächst eine Materialprobe an der monumentalen Bronzeplastik entnommen.

Warum jetzt eine Materialprobe entnommen wird

Bevor Restauratoren das Denkmal öffnen können, muss laut Stadtverwaltung zunächst die Zusammensetzung der Bronze und insbesondere der Schweißnähte untersucht werden. Nur so lässt sich die passende Schweißtechnik bestimmen, ohne das Material zu beschädigen.

Zugang über den Hinterkopf geplant

Im nächsten Schritt soll später eine Bronzeplatte am Hinterkopf herausgelöst werden. Durch diese sogenannte „Invasionsöffnung“ erhalten Experten erstmals direkten Zugang zum Inneren der riesigen Büste. Mit den Untersuchungen und dem Gutachten wurde der Verein zur Förderung der Schweißtechnik an der TU Chemnitz beauftragt.

Öffnung des Monuments mit Live-Übertragung

Die eigentliche Öffnung des Karl-Marx-Monuments ist nach Auswertung der Materialprobe für August vorgesehen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sollen den außergewöhnlichen Eingriff über eine Leinwand live mitverfolgen können.

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