Geisterfische sind unter uns

Entdeckung Neue Insekten-Art in Chemnitz

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Das Geisterfischchen aus Chemnitz. Foto: Museum für Naturkunde

Ein bisschen unheimlich sind ihre bekannten Verwandten bereits: Silberfischchen, die nachtaktiv blitzschnell über die Böden huschen und nicht zu fassen sind. Nun haben Biologe Sven Erlacher und sein Team vom Chemnitzer Naturkundemuseum eine ganz neue Art entdeckt - Geisterfischchen.

Unbekannt und sehr zerbrechlich

Gleich an zwei Stellen in Chemnitz konnte Ctenolepisma calva, so der wissenschaftliche Name der Tierart, nachgewiesen werden: in einer Wohnung im Stadtteil Schlosschemnitz und im Zentrum auf der Museumsetage im Tietz. Dabei sei so gut wie nichts über diese Art bekannt. Fest steht, Geisterfischchen sind weißlich und maximal 8 Millimeter lang. Die langen Körperanhänge können bei der leichtesten Berührung abbrechen.

"Zwei Vorkommen in einer Stadt wie Chemnitz sind sicher kein Zufall, sondern ein Hinweis darauf, dass sich das tropische Fischchen aktuell bei uns ausbreitet", sagt Sven Erlacher vom Museum für Naturkunde. Von einem "invasiven Alien" will der Forscher jedoch nicht sprechen, dafür sei zu wenig über diese Art bekannt.

An alle Hobby-Biologen: Macht Fotos

Deshalb wende er sich an alle interessierten "Bürgerwissenschaftler", deren Beobachtungsgabe nun gefragt sei. "Jeder ist aufgerufen, auf die neue Art zu achten und wenn möglich mit der Handykamera zu fotografieren und uns die Fotos zu schicken, denn nur so sind wir in der Lage, mehr über diese Art zu erfahren", sagt der Biologe.

Die Invasion neuer Arten nach Mitteleuropa ist auch das Thema der neuen Sonderausstellung am Museum für Naturkunde, die ab 4. Mai zu sehen sein wird: "via regia - Straße der Arten". Die Schau zeigt Auswirkungen von Handel und Reisen auf das Leben am Wegesrand.