"Gemeinsam die Ungerechtigkeiten angehen"

Gleichstellung Ministerin Petra Köpping stellt Frauenförderbericht vor

Im öffentlichen Dienst von Sachsen sind überproportional (65,9 Prozent) viele Frauen beschäftigt. Das geht aus dem kürzlich vorgestellten 5. Frauenförderbericht hervor. Von rund 210.000 Beschäftigten waren 140.000 Frauen und 70.000 Männer beim Freistaat Sachsen tätig. Weiterhin sei festzustellen: "Teilzeit ist weiblich" - die Teilzeitbeschäftigung liegt bei Frauen bei 85 Prozent, bei Männern sind es knapp 15 Prozent. "Der Frauenförderbericht zeigt, dass die bereits im vorigen Bericht festgestellten geschlechtsspezifischen Ungleichheiten nach wie vor vorhanden sind", sagt Gleichstellungsministerin Petra Köpping. Besonders auffällig sei, dass weibliche Beschäftigte in den höchsten Führungspositionen, Laufbahn- sowie Entgeltgruppen unterrepräsentiert sind.

"Wir brauchen ein modernes Gleichstellungsgesetz"

"Karrierewege für Frauen stehen im öffentlichen Dienst in Sachsen nicht ausreichend offen. Das Ergebnis des Berichtes zeigt auch, wie dringend wir das moderne Gleichstellungsgesetz brauchen, welches wir gerade auf den Weg bringen. Mit dem Gleichstellungsgesetz sollen Führungspositionen in Teilzeit und Arbeitszeitreduzierung für die Pflege ermöglicht werden. Gleichzeitig sollen Strategien erarbeitet werden, um männliche Beschäftigte für die Wahl von familienfreundlichen Beschäftigungsmodellen zu gewinnen." Der Entwurf des Gleichstellungsgesetzes wurde in den vergangenen zwei Jahren ausführlich mit vielen Partnerinnen und Partnern und dem Gleichstellungsbeirat abgestimmt.

Der nächste Koalitionsausschuss wird sich dem Gleichstellungsgesetz befassen. Petra Köpping: "Nur reden allein, nützt nichts. Wenn wir nicht endlich gemeinsam die Ungerechtigkeiten angehen und das Gleichstellungsgesetz verabschieden, dann werden wir auch noch im nächsten und übernächsten Frauenförderbericht sehen, dass Frauen im öffentlichen Dienst in Sachsen keine Spitzenpositionen einnehmen."