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Geschenkideen: Stadtrundfahrt statt Weihnachtsmarkt

Reihe "Einzelhandel in Chemnitz stärken"- Heute: Pop-up-Stores als Alternative

Mehr als 200 Stände, Fahrgeschäfte, Glühweinbuden und Menschenmassen dicht an dicht: das alles wird es in diesem Jahr nicht geben. Zwar ergänzen 17 zusätzliche Händler den Wochenmarkt mit weihnachtlichem Sortiment, doch der Weihnachtsmarkt wie wir ihn kennen muss diesmal pausieren. Angesichts der hohen Infektionszahlen eine richtige Entscheidung. Und dennoch eine Katastrophe für Hersteller, Händler und Gastronomen, die auf das Weihnachtsgeschäft gehofft hatten. Doch es gibt auch Lichtblicke in Form von Pop-up-Stores - also Ladenflächen, die für eine begrenzte Zeit angemietet werden. Statt Weihnachtsmarktbummel bietet sich in diesem Jahr also eine Rundfahrt durch die Stadt an - vom Kaßberg über die Innenstadt hinaus auf die Zwickauer Straße. Das Besondere an den Chemnitzer Läden: Während klassische Pop-up-Stores normalerweise nur von einzelnen Gewerken angemietet werden, präsentieren sich in den Chemnitzer Läden gleich mehrere. Die Community der "Manufaktur" war dabei Vorreiter und lädt Interessierte dieses Jahr wieder ins Geschäft am Rosenhof 6 ein.

Innenstadt: Die Manufaktur

"Wir wissen, dass es dieses Jahr ohne Weihnachtsmarkt schwieriger werden wird", sagt Carola Till-Morgner, eine der Organisatorinnen des Pop-up-Stores "Die Manufaktur". "Wir hoffen, dass sich unser Store herumspricht und die Menschen gezielt in die Innenstadt kommen, um sich inspirieren zu lassen." Tolle Weihnachtsgeschenke gibt es auf jeden Fall, optional auch gleich vor Ort verpackt. Laut aktueller Allgemeinverfügung dürfen neun Kunden gleichzeitig den 90 Quadratmeter großen Store besuchen: "Ich versuche seit Tagen herauszufinden, wie viele Verkäufer zusätzlich dazu im Laden sein können", nahm es "Muschelfee" Carola Till-Morgner kurz vor der Eröffnung mit Humor. "Wir sind im Schichtsystem vor Ort und verkaufen dabei auch die Produkte unserer Mitstreiter", erklärt sie. Der Pop-up-Store lädt bis zum 22. Dezember, montags bis samstags jeweils von 10 bei 20 Uhr zum Staunen, Stöbern und Entdecken ein.

Diese sieben Kunsthandwerker sind dabei:

EKM Erzgebirgswerkstatt: Die patentierten LED-Lichterbögen sind mittlerweile stadtbekannt. Im Sortiment finden sich aber auch Weihnachtsdekoration wie Pyramiden, Fensterbilder und Co.

Ls.D.: Unter diesem Label fertigt Lisa Diehl verschiedene Produkte zum Thema Jeansupcycling. Egal ob die Jeans zerrissen oder durchgesessen ist, aus jeder alten Lieblingsjeans macht sie etwas Besonderes.

Donna Quijote: Denise Quarch fertigt aus Recyclingmaterial neues Interieur für die heimischen vier Wände. Alles, was sie in die Finger bekomme, erhält die Chance auf ein zweites Leben in neuer Form und neuer Umgebung.

Muschelfee: Carola Till-Morgner lässt sich gerne von der Natur inspirieren: Sie fertigt Naturschmuck aus Muscheln, Seeigeln, Früchten, Nüssen, Eicheln und vielem mehr.

Holzkombinat: Was macht man, wenn die Werkstatt-Workshops in diesem Jahr ausfallen müssen? Man stellt DIY-Sets zusammen, damit Groß und Klein zu Hause ihrer Kreativität freien Lauf lassen können

Breakfast Print: Die mobile Siebdruckerei, die im Sommer normalerweise auf Festivals unterwegs ist, ist mit einer eigenen T-Shirt-Kollektion vor Ort

Filzfantasien: Filzunikate, die praktisch, aber auch einzigartig sind - Taschen mit besonderer Oberflächenstruktur, Schals in Nunotechnik, individuelle Buchhüllen, aber auch Gefilztes für den Wohnbereich

Siegmar: Karl's weihnachtlicher Pop-up-Store

Karl's Kunsthaus unterstützt seit seiner Eröffnung Künstler individuell nach ihren Bedürfnissen und bietet ihnen kreativen Raum, Werkzeuge und neue Wege des Vertriebs. In der Weihnachtszeit gibt das Team nun auch regionalen Händlern und Kunsthandwerkern die Möglichkeit, sich im Haus an der Zwickauer Straße 408 zu präsentieren - zum Beispiel Bahio Chemnitz mit Schmuck, DaWitt Quilts, Holzskulpturen von Silvio Ukat, Malerei von Peter Hempel, Karls Weihnachtstassen, Bücher von Alexander Büttner, Holzschnitte von Barbara Zimmermann, Holzfiguren und Engel von Ulrike Berg, Linolschnitte und Malerei von Denise Kendzia und natürlich Textildrucke aus der eigenen Druckerei. Die aktuell 140 Quadratmeter Verkaufsfläche können noch erweitert werden. "Händler dürfen sich also gerne noch bei uns melden unter karlsart@gmx.de", sagt Denise Kendzia, Mitbegründerin von Karl's Kunsthaus. Geöffnet ist noch bis 31. Dezember, montags bis samstags jeweils 10 is 18 Uhr.

Kaßberg: Verlängerung der "Schatzkiste"

Auch Emmas Onkel, das Café auf dem Kaßberg, bringt auf seiner stillgelegten Gastro-Fläche bereits seit Anfang November Betroffene unterschiedlicher Gewerke zusammen. "Wir recherchierten vor allem nach Selbstständigen, die in ihrem Tun einzigartig, mit Liebe zu ihrer Arbeit, neuartige Produkte entwerfen und herstellen. Dabei vergaßen wir nicht die Tradition des besonderen Kunsthandwerks aus dem Erzgebirge", erklärt Betreiber Mathias Weiß, der nach der Lockdown-Verlängerung seinen Laden jetzt nicht bis 20. Dezember zur Verfügung stellt. Die "Schatzkiste" an der Ulmenstraße 48 hat immer montags bis samstags von 13 bis 20 Uhr, geöffnet. Eine Liste aller Aussteller gibt es unter http://emmas-onkel.de/pop-up-schatzkiste/. Noch ein Tipp: Die leckeren Kuchen des Kaßberger Cafés können nach wie vor bestellt und abgeholt werden, nur der Verzehr vor Ort ist derzeit untersagt.



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