Geschichte zum Anfassen: Chemnitzer Denkmäler öffnen ihre Türen

Kirche, Gefängnis oder Brücke - am Sonntag gibt es Führungen, Filme und mehr an über 20 Orten

Chemnitz

Am 13. September wird Geschichte lebendig. Zum Tag des offenen Denkmals öffnen sich deutschlandweit wieder die Türen historischer Gebäude, Anlagen und Plätze. Mehr als 6500 Denkmäler beteiligen sich jährlich an der Aktion, in Chemnitz können Interessierte in diesem Jahr gut 20 besondere Orte entdecken.

Freilichtbühne im Küchwald

Zu den Zielen gehört die Freilichtbühne im Küchwald. Dort gibt es um 10 und 11 Uhr Führungen mit anschließender Filmvorführung. Die Anlage entstand zwischen 1956 und 1963 auf den Trümmern der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Küchwaldschänke. Nach Plänen des Chemnitzer Architekten Roland Hühnerfürst wurde sie im Rahmen des Nationalen Aufbauwerks errichtet. Mit ihrem markanten Turm und der großen Freitreppe prägt die Bühne bis heute die Festwiese im Küchwald.

Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis

Geschichte aus einer jüngeren Vergangenheit steht im Mittelpunkt des Lern- und Gedenkorts Kaßberg-Gefängnis. Die frühere Haftanstalt erinnert an politisches Unrecht in der DDR und an die deutsche Teilung. Für die meisten der mehr als 33.000 politischen Gefangenen, die zwischen 1962/63 und 1989 von der Bundesrepublik aus DDR-Haft freigekauft wurden, führte der Weg in die Freiheit über das Kaßberg-Gefängnis. Der Trägerverein setzt sich seit 2011 für den Erhalt des historischen Ortes und die Einrichtung eines dauerhaften Lern- und Gedenkorts ein. Am 13. September ist die Anlage von 10 bis 17 Uhr frei zugänglich.

Schlosskirche mit Turmführung und Konzert

Auch die Chemnitzer Kirchen laden zum Entdecken ein. In der Schlosskirche stehen zwei Experten für Fragen rund um das historische Gotteshaus zur Verfügung. Außerdem besteht die Möglichkeit, bei einer Turmführung 13.30 und 15.30 Uhr besondere Bereiche zu erkunden – darunter den Langhaus-Dachstuhl, die Türmerwohnung, das Uhrwerk und die Glockenstube. Um 17 Uhr findet ein Abschlusskonzert auf der französisch-symphonischen Orgel statt.

Führungen im smac

Architektur und Stadtgeschichte lassen sich auch im Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz, dem smac, entdecken. Das Museum ist im ehemaligen Kaufhaus Schocken untergebracht, einem der markantesten Gebäude der Chemnitzer Moderne. Zum Tag des offenen Denkmals werden um 11, 13 und 15 Uhr kostenlose Führungen durch den ikonischen Bau angeboten.

Brückenführung durch Chemnitz

Zu einer Brückenführung lädt am Sonntag Gästeführerin Grit Linke ein. Sie führt beginnend am Pfortensteg zur Kaßbergauffahrt/Karl-Schmidt-Rottluff-Brücke und endet an der Bierbrücke. Los geht es 14 Uhr.

Komplettes Programm online

Das komplette Programm zum Tag des offenen Denkmals gibt es unter www.tag-des-offenen-denkmals.de.

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