Gesundheit und Freizeitverhalten im Fokus

Studie Konsum von Sport- und Medienangeboten steigt im Grundschulalter

Seit 2010 führt die TU Chemnitz in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt der Stadt Chemnitz das Projekt "Komplexe Allgemeine Schuluntersuchung - KOMPASS" an sämtlichen kommunalen Grundschulen durch. Inhaltlich erfasst diese Studie jedes Jahr den gesundheitlichen Status, die Bewegungs- sowie Freizeitaktivität und die motorische Leistungsfähigkeit der Grundschüler an bis zu 40 Lehreinrichtungen in Chemnitz. Bisher konnte so ein umfassender Querschnitt der Chemnitzer ABC-Schützen von über 5.000 Kindern erzeugt werden. Im Schuljahr 2013/2014 erfolgte zudem die Nachuntersuchung der Schulanfänger des Jahrganges 2010. Anhand der Elternbefragungen konnten die Wissenschaftler dadurch ermitteln, dass sich im Verlauf der Grundschulzeit das Sportverhalten der Kinder positiv verändert hat. Parallel dazu steigerten die Kinder auch ihren Medienkonsum enorm. Während 79,6 Prozent der Erstklässler ihren täglichen Medienkonsum auf bis zu eine Stunde beschränkten, was Experten im Kindesalter bis zehn Jahre auch maximal empfehlen, sehen 54 Prozent der Kinder in der 4. Klasse mehr als eine Stunde fern oder spielen mit der Konsole. Die motorische Leistungsfähigkeit der Chemnitzer Grundschüler stieg in den ersten vier Schuljahren deutlich - im Gegensatz zum Trend in Deutschland, um knapp 30 Prozent. Keine Veränderungen zeigten sich beim Vergleich des Gewichtstatus. "Anhand dieser Daten gilt es weiterhin, durch Interventionsprogramme das Bewegungsverhalten zu stärken, um dem wachsenden Medienkonsum entgegen zu wirken", sagt Anke Otto, Mitarbeiterin der Professur Sportmedizin/-biologie an der TU Chemnitz.