Gewinner und Verlierer

Theater Schauspielhaus und Oper zeigen mit zwei Premieren diese Woche die Spiele des Lebens

Am morgigen Donnerstag widmet sich die Uraufführung "Lenz. Festung. Ich" im Schauspielhaus einer tragischen Dichterfigur der deutschen Geschichte: Jakob Michael Reinhold Lenz. Der 1751 geborene Dichter, der eine Zeit lang freundschaftlich mit Goethe verbandelt war, entwickelte im Lauf seines Lebens eine paranoide Schizophrenie, welche wiederum Gegenstand der Novelle "Lenz" von Georg Büchner ist. Auf Basis dieser und der in die Tradition der 1968er Generation gestellten Lenz-Figur Peter Schneiders entwickelte das Chemnitzer Schauspielstudio seine unter Regie von Kathrin Brune entstandene Collage. Sie zeigt einen Lenz als Figur in innerer Zerrissenheit, aber auch in einem zermürbenden Spannungsverhältnis zur Gesellschaft und den herrschenden Konventionen. Mit dieser Historie will das Stück auf die Gegenwart blicken und fragen, wo J.M.R. Lenz heute in und um uns zu finden ist. Die Premiere startet um 20 Uhr im "Ostflügel", Restkarten an der Abendkasse.

Schach und überhaupt nicht Matt! So präsentiert sich dann am Samstag, 19.30 Uhr die Premiere "Chess - Das Musical" in der Chemnitzer Oper. Was zunächst so abstrus klingt wie "Monopoly, der Film", basiert auf einer Schachpartie im Jahre 1972, als sich mitten im Kalten Krieg bei der WM in Reykjavík plötzlich ein Amerikaner und ein Sowjetrusse am Brett gegenübersaßen. Diesem ungewöhnlichen Sujet widmeten sich in ausreichender künstlerischer Freiheit "Evita"-Autor Tim Rice sowie die Abba-Musiker Benny Andersson und Björn Ulvaeus und schufen eine Geschichte, die die beiden Konkurrenten auf eine Reise zwischen Meran und Bangkok und in den Kampf um die Liebe einer Frau schickt. Im 1986 uraufgeführten Musical werden Songs gespielt wie "One Night In Bangkok" oder "I Know Him So Well", die es auch außerhalb der Musicalbühnen zu Weltruhm brachten. In Chemnitz übernahm der Musical-erfahrene Thomas Winter die Inszenierung. Die musikalische Leitung hat Tom Bitterlich inne.