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Grünes Kleinod soll weichen

Innenstadtpläne Park am Roten Turm wird für Geschäftshaus zurückgedrängt

Chemnitz kennt Renate Otto wie die sprichwörtliche Westentasche und zeigt Besuchern gern die schönen Seiten ihrer Heimatstadt. Die rüstige Dame, Jahrgang 1939, führt seit 20 Jahren im Auftrag der CWE Gäste durch die Stadt. Ein Highlight solcher Besichtigungen ist der Park am Roten Turm, die bunt bepflanzte Oase inmitten der City, mit Bänken zum Verweilen. "Neulich staunten Dresdner Gäste, wie glücklich die Chemnitzer sich mit solch einem Kleinod schätzen können", erzählt Renate Otto, "in der Landeshauptstadt sucht man dergleichen vergebens". Das Areal liegt der Gästeführerin auch aus sehr persönlichen Gründen besonders am Herzen, die sie freilich mit vielen Gleichgesinnten teilt. Am Parkeingang Straße der Nationen Ecke Brückenstraße steht der Baum von Renate Otto. Vor gut 15 Jahren folgte sie einem Aufruf der Stadt, sich an der im städtebaulichen Rahmenplan von 1998 vorgesehenen Umgestaltung des Parks zu beteiligen. Wie viele andere Chemnitzer Bürger und Institutionen beteiligte sich Renate Otto an den Kosten zur Anschaffung der Bäume. Geht es nach den Siegerplänen des Gutachterverfahrens zur künftigen Innenstadtgestaltung, dann werden diese ebenso gefällt wie Bäume, die bereits seit 40 Jahren dort wachsen. Wo jetzt saisonal Tulpen, Hibisken, Geranien, Stiefmütterchen blühen, soll ein Gebäude mit Laden- und Büroräumen errichtet werden. Das am historischen Stadtgrundriss orientierte Konzept mit Rotem Turm als Chemnitzer Wahrzeichen und der Wallanlage als Boulevard mit Allee-Bereich sowie zusätzlicher Bepflanzung fiele damit endgültig unter den Tisch. Bei engagierten Chemnitzern wie Renate Otto stößt dieser neuerliche Bebauungsplan des Parks daher auf strikte Ablehnung.



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