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"Grünes Potenzial besser nutzen"

Nachgefragt Stadtverband Chemnitz der Kleingärtner plant Stadtkongress für 2016

Der Sommer läuft zur Hochform auf und mit ihm die vielen Chemnitzer Kleingärtner, die derzeit wieder zwischen Radieschen-Beet und Gartenlaube wuseln. Ginge es nach Jens Peter, dem Vorstandsvorsitzenden im Stadtverband Chemnitz der Kleingärtner, dürften es gerne noch ein paar Hobby-Gärtner mehr sein. Obwohl der Leerstand in den Chemnitzer Kleingartenanlagen lediglich zwischen 1,5 und 2 Prozent liege, sei die Zukunft des Kleingartenwesens in der Stadt ungewiss und kaum planbar, sagt Peter. "In den nächsten zehn Jahren werden wir viele altersbedingte Abgänge verbuchen müssen. Auf der anderen Seite zeigen wieder junge Familien vermehrt Interesse an der eigenen grünen Oase. Ob wir den demografischen Wandel damit abfedern können, ist aber fraglich."

Der Trend zum Familiengarten jedenfalls sei da, nur die Rahmenbedingungen könnten besser sein. Jens Peter verweist dabei auf Städte wie Dresden, wo der Höchstpachtzins nicht bei 14 Cent pro Quadratmeter - wie in Chemnitz -, sondern lediglich bei 8,8 Cent liegt. Oder auf Städte wie Altenburg, wo die Pachteinnahmen der Stadt komplett zurück in die Förderung der Kleingartenvereine fließen. Diese Einnahmen belaufen sich in Chemnitz auf eine halbe Million Euro pro Jahr. Lediglich 14.500 Euro gelangen als Fördergelder wieder in die Gartenvereine. Bei 180 Gartenvereinen in der Stadt bleiben dabei nicht einmal 100 Euro jährlich pro Verein übrig. Die Wertigkeit der rund 15.000 Kleingärten, die immerhin ein Viertel des Chemnitzer Grüns ausmachen, müsse wieder mehr ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden. "Die Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten gehören schließlich zu den Kriterien einer lebenswerten Stadt." Vor diesem Hintergrund ist für kommendes Jahr ein Stadtkongress geplant, der Vertreter aus verschiedenen Chemnitzer Behörden an einem Tisch vereinen soll: "Wir möchten unter anderem mit dem Stadtplanungsamt, dem Umweltamt und dem Grünflächenamt über den Umgang mit dem demografischen Wandel und der damit verbundenen Zukunft des Kleingartenwesens debattieren. Der Kongress soll sich als Ideenplattform verstehen, um das grüne Potenzial der Stadt künftig besser zu nutzen", kündigt Jens Peter an. "Integrierte Spielplätze würden die Kleingartenanlagen zum Beispiel für Familien aufwerten. Bei den Kosten für Unterhaltung und Wartung müsste die Stadt allerdings unterstützend eingreifen."

Bereits heute geht der Stadtverband neue Wege. So finden sich in einigen Kleingartenvereinen Projektgärten, in denen zum Beispiel Schulklassen wieder den richtigen Umgang mit der Natur erlernen können.



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