Größter Einsatz der THW-Geschichte

Flüchtlingshilfe Hilfsorganisation kritisiert unrealistische Termine - enviaM stellt Mitarbeiter frei

Die anhaltende Zuteilung Asyl suchender Menschen auf die Städte und Gemeinden lässt immer wieder ein Hauptproblem erkennen: Die Bereitstellung einer geeigneten Unterkunft. Für die kurzfristige Ausstattung derselben mit dem Nötigsten ist das Technische Hilfswerk (THW) prädestiniert. Der Geschäftsführer des THW-Ortsverbandes Chemnitz, Sven Hoppe, beschreibt die außerordentliche Situation des Hilfswerkes in einem Satz: "Wir machen gerade das, was wir sonst im Ausland machen." Die technische Unterstützung wird aber nicht nach Katastrophen von internationalen Hilfsdiensten oder einzelnen Staaten angefordert, sondern, im Fall von Chemnitz und Umgebung, von der Landesdirektion Sachsen, welche für die Unterbringung der Menschen zuständig ist. Ein weiterer Unterschied zum Auslandseinsatz ist, dass dort der Aufbau eines Camps oft detaillierter und mit längerem Vorlauf organisiert ist. "Hier ist es komplizierter. Uns werden manchmal Termine vorgegeben, die realistisch gar nicht einzuhalten sind", kritisiert Hoppe. Der Aufbau von Zelten und die Ausstattung mit Betten, Strom, Aggregaten und Beleuchtung stellt die Hauptaufgabe des THW dar. "Es ist einer der größten, wenn nicht der größte flächenmäßige Einsatz in der THW-Geschichte", meint Hoppe.

In acht Ortsgruppen kann auf potenziell circa 400 Leute zurückgegriffen werden. So kamen im letzten halben Jahr bereits rund 5.000 Einsatzstunden zusammen - und das alles ehrenamtlich, wie Hoppe betont. Das setzt neben dem Einsatzwillen der THW-Leute auch das Verständnis deren Arbeitgeber voraus. Die enviaM-Gruppe stellt beispielsweise Beschäftigte für ehrenamtliche Tätigkeiten in Hilfsorganisationen von der Arbeit frei. Die Unterstützung der Mitarbeiter ist Teil eines Hilfspaketes für Flüchtlinge, das der Energiedienstleister diese gemeinsam mit dem THW vorstellte. So wurde unter anderem ein Integrationsfonds für Vereine in Höhe von 50.000 Euro aufgelegt. Der Fonds fördert gemeinsame sportliche Aktivitäten mit Flüchtlingen.