Große Köpfe hinter Backsteinmauern

Museumsnacht Das Leben berühmter Chemnitzer wird im Roten Turm ausgestellt

Einen Abend voller Entdeckungen verspricht die 16. Chemnitzer Museumsnacht, an der sich so viele Einrichtungen wie noch nie beteiligen. Heute: Der Rote Turm.

Mehr als 800 Jahre thront er bereits im Chemnitzer Stadtzentrum, errichtet als Bergfried und Wohnung des Stadtvogts, später als Gericht und Gefängnis genutzt - etwa für August Bebel oder Carl Stülpner -, heute als kleines Museum. Als Zeitzeuge der Chemnitzer Stadtbefestigungsanlage ist der Rote Turm das älteste Gebäude der Stadt. Zur Museumsnacht ist er zweifelsohne ein Highlight. Viele Chemnitzer werden die Gelegenheit nutzen, zwischen 18 und 0 Uhr einen Blick hinter die Backsteinmauern zu werfen. Sonst ist dies nur im Rahmen von öffentlichen Führungen sowie von Mai bis September an jedem ersten Samstag zwischen 14 und 16 Uhr möglich. Gabriele Martin vom städtischen Kulturbüro weist hin: "Es dürfen leider nur zwölf Besucher gleichzeitig hinein, sodass zur Museumsnacht mit einer längeren Wartezeit gerechnet werden muss." Die kann man sich im Bierzelt vor dem Turm vertreiben und sich in einer Broschüre vorab über die Ausstellung informieren, die der Rotary Club Chemnitz initiierte und bis heute betreut. Hinter der Backsteinmauer warten die großen Köpfe von Chemnitz - der Gelehrte Georgius Agricola, Maler Karl Schmidt-Rottluff, Eisenbahnpionier Richard Hartmann oder Schriftsteller Stefan Heym. Sie alle sind im sächsischen "Walk of fame" verewigt. "Die insgesamt 20 Chemnitzer Persönlichkeiten haben mit ihren herausragenden Leistungen den Weg zum 'Sächsischen Manchester' und zur heutigen 'Stadt der Moderne' bereitet und rufen den Chemnitzern ins Bewusstsein, an ihre Stadt zu glauben", so Karl-Otto Grahl, Präsident des Rotary Clubs. Am Tag des offenen Denkmals im September werden zwei weitere Persönlichkeiten der Ausstellung hinzugefügt. Dann ist der Turm erneut für alle geöffnet. cpo/vtz