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Großes Berg(t)-Geschrei um Chemnitzer Traditions-Biermarke

Rechtsstreit Baden-Württemberger verklagt Brauerei Reichenbrand

Der letzte Facebookeintrag der Brauerei Reichenbrand ging durch die Decke und wurde bereits über 400 Mal geteilt. Was ist passiert? Die Berg Brauerei Ulrich Zimmermann aus dem baden-württembergischen Ehingen hat Klage gegen den Verkauf der Reichenbrander Marke Bergt Bräu eingereicht und vor dem Landgericht Stuttgart Recht bekommen. Jetzt erhielt Brauerei-Chef Michael Bergt das Urteil schriftlich und war zum Handeln gezwungen. Das heißt: Alle Kästen der im Vorjahr auf dem Markt etablierten Sorten Edel Pils, Helles, Red Ale und Radler wurden aus den Getränkemärkten eingezogen, sämtliche Werbemaßnahmen mussten gestoppt und die Internetseite inklusive Onlineshop lahmgelegt werden.

Imageschaden für neue (alte) Biermarke Bergt Bräu?

Ein großer Imageschaden lastet nun auf der seit 1874 bestehenden Traditionsmarke. Michael Bergt führt das Unternehmen bereits in fünfter Generation. "Es war der größte Lebenstraum meines inzwischen verstorbenen Großvaters Joachim Bergt, nach der Zwangsumbenennung unserer Privatbrauerei in der DDR den Namen Bergt wieder groß auf einem Etikett zu sehen", betont er. Ohnehin ist der Familienname Bergt seit 147 Jahren Teil des Reichenbrander Logos.

Rechtsstreit und Widerruf

Im letzten Jahr hatte die Brauerei Reichenbrand nach 48 Jahren die neue (alte) Biermarke Bergt Bräu wieder eingeführt. Verkauft wurden schon weit über 36.000 der 0,33 Liter Flaschen mit dem modernem Look. Die Eintragung der Marke Bergt Bräu im Patent- und Markenregister sollte reine Formsache sein. Doch die 500 Kilometer entfernte Berg Brauerei machte einen Strich durch die Rechnung und sorgte für den Rechtsstreit.

Doch Michael Bergt, der viel Kraft und finanzielle Mittel in den Marken-Relaunch gesteckt hatte, gibt sich keineswegs geschlagen. "Wir gehen natürlich fristgerecht in Berufung und stellen einen Eilantrag auf Widerruf", blickt er voraus. Der Rechtsstreit um die beiden Marken wird nun vor dem Oberlandesgericht Stuttgart ausgetragen. Bis dahin hoffen die Bierbrauer auf regen Absatz der herkömmlichen Biersorten aus der Brauerei Reichenbrand und auf ein Happy End des Berg(t)-Geschreis.



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