Am Donnerstagmittag in Chemnitz durchsuchten Ermittler der Kriminalpolizeiinspektion Chemnitz im Auftrag der Staatsanwaltschaft Chemnitz am 26. Februar 2026 nahezu zeitgleich 31 Objekte in fünf Bundesländern. Grundlage ist ein umfangreiches Strukturverfahren wegen banden- und gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern, Menschenhandels und Zwangsprostitution. Es richtet sich gegen drei mutmaßliche Haupttäter (w/47/vietnamesisch, m/42/vietnamesisch, m/47/deutsch) sowie weitere mutmaßliche Mittäter deutscher, polnischer und vietnamesischer Staatsangehörigkeit. Durchsucht wurden Privatwohnungen, Geschäftsräume beziehungsweise Büros und Wohnungsbordelle.
Durchsuchungen in fünf Bundesländern
Die Einsatzorte erstreckten sich von Sachsen über Sachsen-Anhalt und Thüringen bis nach Berlin und Niedersachsen.
Ermittlungen und Festnahmen im Überblick
Im Frühjahr 2024 stießen Chemnitzer Ermittler auf mehrere vietnamesische Frauen, die sich illegal in Deutschland aufhielten und in Chemnitz und Umgebung in Wohnungsbordellen der illegalen Prostitution nachgingen. In den gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Chemnitz geführten Ermittlungen zeigte sich ein organisiertes Geflecht aus Auftraggebern, Wohnungsgebern, Inserenten für Erotik-Anzeigen und Geldabholern mit Dreh- und Angelpunkt in Halle/Saale, das in weitere Städte und Bundesländer reichte.
Den Erkenntnissen zufolge wurden junge Frauen in Vietnam mit dem Versprechen gut bezahlter legaler Arbeit nach Deutschland gelockt. Hier nahm man ihnen Reisepässe und Kommunikationsmittel ab, verbrachte sie in verschiedene Bordellwohnungen im Bundesgebiet und machte ihnen mit Nachdruck klar, dass sie sich zum eigenen und zum Wohl ihrer Familien prostituieren müssen.
Haftbefehle gegen drei Haupttäter
Im Ergebnis der zweijährigen Ermittlungen erwirkte die Staatsanwaltschaft Chemnitz gegen die drei mutmaßlichen Haupttäter Haftbefehle beim Amtsgericht Chemnitz und weitere Durchsuchungsbeschlüsse gegen mutmaßliche Mittäter. In Halle/Saale trafen Einsatzkräfte die 47-Jährige, ihren 42-jährigen Bruder und den 47-jährigen Lebensgefährten an und nahmen sie widerstandslos fest. In mehreren Bordellwohnungen stellten Polizisten in den fünf Bundesländern insgesamt 19 vietnamesische Frauen fest, die offenkundig illegaler Prostitution nachgingen.
Hohe Geldsummen sichergestellt
Sichergestellt wurden insgesamt rund 214.000 Euro, darunter etwa 145.000 Euro in der gemeinsamen Hallenser Wohnung der mutmaßlichen vietnamesischen Haupttäter. Zudem beschlagnahmten die Ermittler Dutzende Handys, Computertechnik und Speichermedien, umfangreichen Schriftverkehr, etwa 33.000 Euro Falschgeld (Fund in einer Berliner Wohnung eines tatverdächtigen Unterstützers), verschreibungspflichtige Medikamente unbekannter Herkunft sowie eine Schreckschusswaffe (Fund in einer Leipziger Wohnung eines tatverdächtigen Unterstützers).
Die drei festgenommenen mutmaßlichen Haupttäter wurden für weitere polizeiliche Maßnahmen nach Chemnitz gebracht und sollen am folgenden Tag einem Ermittlungsrichter am zuständigen Amtsgericht vorgeführt werden.
Die Ermittlungen von Kriminalpolizeiinspektion und Staatsanwaltschaft Chemnitz sind damit nicht abgeschlossen. Die Auswertung der sichergestellten Beweismittel soll weitere Erkenntnisse zu Schleusungswegen, zur Ausgestaltung der illegalen Prostitution und zu den erlangten Geldbeträgen liefern. Die 19 angetroffenen vietnamesischen Frauen wurden erkennungsdienstlich behandelt und durch Opferschutzbeauftragte der Polizei sowie Mitarbeiter einer Hilfsorganisation über Unterstützungsangebote informiert. Eine in Thüringen angetroffene Frau musste aufgrund eines Haftbefehls wegen einer nicht beglichenen Geldstrafe in eine Justizvollzugsanstalt gebracht werden.
An dem Einsatz beteiligt waren neben etwa 70 Kräften der Polizeidirektion Chemnitz und fünf Staatsanwältinnen beziehungsweise Staatsanwälten der Staatsanwaltschaft Chemnitz rund 250 Beamtinnen und Beamte der sächsischen Bereitschaftspolizei, des Landeskriminalamtes Sachsen, der Polizeidirektionen Dresden, Leipzig und Zwickau sowie der Landespolizeien Berlins und Niedersachsens.
Dieser Text basiert auf einer offiziellen Behörden-Information und wurde mit Hilfe von KI erstellt.
Update der Polizeidirektion Chemnitz vom 27. Februar 2026 um 13.32 Uhr
Mehr als 320 Einsatzkräfte hatten im Tagesverlauf diverse Privatwohnungen, Geschäftsräume bzw. Büros und Wohnungsbordelle in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin und Niedersachsen durchsucht. Zu Grunde liegt ein seit Frühjahr 2024 andauernden Struktur-Ermittlungsverfahren im Rotlicht-Milieu. Im Rahmen der Exekutivmaßnahmen wurden gegen die drei mutmaßlichen Haupttäter (w/47/vietnamesisch, m/42/vietnamesisch, m/47/deutsch) Haftbefehle wegen banden- und gewerbsmäßigem Einschleusen von Ausländern in Halle/Saale vollstreckt. Am heutigen 27. Februar 2026 setzte ein Ermittlungsrichter am Amtsgericht Chemnitz die Haftbefehle gegen die 47-Jährige und ihren 42-jährigen Bruder in Vollzug. Sie wurden bereits in sächsische Justizvollzugsanstalten verbracht. Der Haftbefehl gegen den 47-jährigen Lebensgefährten der beschuldigten Frau wurde hingegen außer Vollzug gesetzt. Unter Auflagen durfte er das Chemnitzer Amtsgericht nach der Anhörung verlassen. Die Ermittlungen werden indes fortgesetzt, wobei unter anderem eine Vielzahl sichergestellter Handys, Datenträger und Unterlagen durch die Kriminalpolizeiinspektion Chemnitz auszuwerten sind.
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