Grüne: Friedhof-Denkmäler müssen erhalten werden

Konzept Fraktion fordert Denkmalprogramm für Städtischen Friedhof in Chemnitz

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Foto: Harry Härtel

Der Städtische Friedhof ist nicht nur Ruhestätte, sondern auch ein offenes Geschichtsbuch der Stadt, das für die Nachwelt erhalten werden muss. Zu diesem Schluss kommt die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. "Viele bedeutende Chemnitzer Persönlichkeiten, vor allem aus der Zeit der Industrialisierung, fanden auf dem Städtischen Friedhof ihre letzte Ruhestätte - teilweise in Gräbern, die auch künstlerisch von hoher Qualität sind", sagt Fraktionsvorsitzender Thomas Lehmann.

Laut Ratsanfrage bei der Stadt sind 61 Familiengräber sowie des 21 Ehren- und Gefallenendenkmale in der Denkmalliste aufgeführt. Für die wenigsten Grab-Denkmale gebe es noch private Nutzer oder feststellbare Erben. Die Sorgepflicht für deren Erhaltung falle somit der Stadt Chemnitz zu. "Nach grober Schätzung sind rund 80 Prozent der denkmalgeschützten Familiengrabanlagen sicherungs- und zum Teil restaurierungsbedürftig", informiert Baubürgermeister Michael Stötzer. "Der Aufwand je Grabanlage liegt geschätzt zwischen 5.000 und 10.000 Euro. Dies ergibt einen Gesamtbedarf von mindestens 400.000 Euro."

Wie viel Geld ist wirklich nötig?

Die genaue Ermittlung des Mindestaufwandes soll ab diesem Monat im Rahmen einer gemeinsamen Ortsbegehungen des Friedhofs- und Bestattungsbetriebes der Stadt (FBB), der Denkmalbehörde und des Landesdenkmalamtes etappenweise erarbeitet werden. Konkrete Zahlen liegen voraussichtlich Ende Oktober vor. Da der FBB jedoch ist ausschließlich gebührenfinanziert ist, kann er in der Regel keine Restaurierungsmittel aufbringen. Lediglich 7.500 Euro für Sicherungs- und Instandhaltungsmaßnahmen sind pro Jahr eingeplant.

"Wir werden uns dafür einsetzen, dass ein zehnjähriges Programm mit jeweils 40.000 bis 50.000 Euro pro Jahr für die Sicherung und Sanierung der historischen Grabstätten aufgelegt wird", so das Vorhaben der Grünen, die dabei auf eine breite Unterstützung durch den Stadtrat und auf Grabpatenschaften durch Firmen, Privatpersonen und Vereine bauen.