"Gruppa Karl-Marx-Stadt" steht für Balkanbeat

Musiker-Serie Chemnitzer Jungs mit der Liebe zur russischen Musik

Eine Band, die sich dem Balkan-Beat verschrieben hat - Gruppa Karl-Marx-Stadt. Im Januar 2013 hat alles mit einem Duo begonnen, heute sind sie mittlerweile eine fünf-köpfige Combo mit einem Faible für Russendisko mit Ska-, Latin- und Funkeinflüssen. Es geht rund auf der Bühne, wenn Alexey, Julian, Stephan, János und Johann das Publikum mit ihren Instrumenten - Bassbalalaika, Gitarre, Posaune, Trompete, Saxophon und Schlagzeug - mit dem Balkanfieber anstecken.

Eine starke Verbindung zur russischen Kultur

Wie sie im Interview mit BLICK erzählen machen die Jungs schon seit der Kindheit Musik. Doch wie kommt man zum Balkanklang? "Alexey wollte aus Spaß die Lieder von der russischen Band ´Leningrad' nachspielen", erzählen die Jungs. Nachdem nach und nach die Bandmitglieder zusammenfanden, war Gruppa Karl-Marx-Stadt geboren.

"Mit Coversongs der Band Leningrad fing alles an. Daran sind wir gewachsen und haben mit der Zeit unseren ganz eigenen Stil entwickelt", erklärt Frontmann Alexey, der auch im eigenen Bandnamen Parallelen zu seiner Heimat Russland zieht. Schließlich ist das ursprüngliche Leningrad heute eher als St. Petersburg bekannt, und Karl-Marx-Stadt heißt jetzt (wieder) Chemnitz. So liefert Gruppa Karl-Marx-Stadt also nicht nur tanzbaren Sound, sondern gleichzeitig einen Geschichtstrip in die Zeiten des Eisernen Vorhangs.

Das zweite Album kam dieses Jahr auf den Markt

Erst in diesem Jahr haben sie ihr zweites Album mit Titel "Russkoje Disko" auf den Markt gebracht und sie planen schon weiter: "[Unsere nächsten Ziele sind] so viele Konzerte wie möglich spielen und in zwei Jahren ein neues Album rausbringen." Dabei ist die Band überzeugt, dass man überall Gehör finden kann, solange die Promo vorangetrieben wird. Und das wollen sie auch, Gehör finden - am besten Live. "Das Publikum schwitzt, wir schwitzen und alle haben Spaß", fasst Stephan zusammen.

"Die positive Energie vom Publikum treibt uns an"

Eines der schönsten Erlebnisse war auch ein Livekonzert und zwar in Schwerin. "Es war zwar kein großer Club, aber der Auftritt ist bei allen in Erinnerung geblieben, da es ein ganz wilder Abend war. Wir waren die einzige Band des Abends, haben aber erst um Mitternacht angefangen zu spielen. Das Publikum hat deutlich das gewohnte Durchschnittsalter unterschritten und ist komplett ausgerastet, als ob wir irgendwelche Superstars wären. Und das 90 Minuten Programm verflog, als ob es nur eine halbe Stunde gewesen wäre. Dabei hat wahrscheinlich jeder ein paar Kilo abgenommen, da es einfach unmöglich warm war."

Wer die Formation gern live erleben möchte, kann am 15. Dezember im Alten Gasometer Zwickau und am 26. Januar im Weltecho Chemnitz vorbeischauen.