Hat die bunte Esse bald ausgeraucht?

Energie Versorger Eins arbeitet an neuem Konzept für Chemnitz

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Das Heizkraftwerk von Eins in Chemnitz. Foto: Eins

Der Chemnitzer Strom- und Wärmeversorger eins Energie will bis zum Jahr 2030 das Heizkraftwerk Nord stilllegen. Die Energieversorgung der Stadt soll dann durch kleinere, im gesamten Stadtgebiet verteilte Kraftwerke ersetzt werden. Sorgen um eins ihrer berühmtesten Wahrzeichen - die große bunte Esse - müssen sich die Chemnitzer aber nicht machen: "Der Schornstein ist ein eigenständiges Bauwerk und kann daher auch alleine stehen bleiben", sagte Christian Stelzmann, verantwortlich für Unternehmenskommunikation bei eins Energie.

Fest steht, dass der Energieversorger derzeit an einem Konzept für die Stadt Chemnitz weit über das Jahr 2030 hinaus arbeitet. Die Wärmeversorgung der Zukunft soll weiterhin versorgungssicher, flexibel, emissionsärmer und langfristig wirtschaftlich sein, so Stelzmann. Da das Konzept in Arbeit sei, könnten derzeit allerdings noch keine detaillierten Vorhaben bekannt gegeben werden.

Bekenntnis zum Fernwärme-Konzept

Aber was genau soll mit der Fernwärme passieren? Im Moment werden laut eins Energie rund 40 Prozent der Chemnitzer Haushalte mit Fernwärme aus dem Heizkraftwerk größtenteils durch Braunkohle versorgt. Die Fernwärmeerzeugung erfolge dabei hocheffizient durch gekoppelte Strom- und Wärmeerzeugung.

Auf Nachfrage von BLICK antwortet Christian Stelzmann: "Prinzipiell kann man sagen, dass die Fernwärme eine wichtige Rolle zur Umsetzung der Klimaziele der Bundesregierung hat und auch in Chemnitz langfristig bestehen bleiben wird." Es sei davon auszugehen, dass Fernwärme im verdichteten städtischen Bereich auch langfristig eine sinnvolle Möglichkeit zur Wärmeversorgung der Gebäude darstellt.

Umfangreiche Investitionen geplant

Neben dem Heizkraftwerk Nord wird die Wärmeversorgung auch durch das Gasheizwerk in Altchemnitz an der Annaberger Straße gewährleistet. Diese Anlage, die bereits über 40 Jahre alt ist, soll bis Ende des kommenden Jahres für mehrere Millionen Euro komplett erneuert werden.

Zudem plant eins Energie noch eine weitere Investition: Der Energieversorger will in die Innenstadt ziehen und ein modernes Dienstleistungszentrum für seine Kunden errichten. Früher wurde dafür schon einmal das Conti-Loch favorisiert. Die Entscheidung für den aktuellen Standort ist bislang aber noch nicht gefallen.