Hebammen protestieren in Chemnitz

Demo Geburtshelferinnen rufen zu Kundgebung auf dem Neumarkt auf

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Foto: Andyworks/Getty Images

Die Geburtshilfe in Deutschland gerät derzeit immer mehr in eine Schieflage - Kreißsaalschließungen, Personalmangel und geplante Einschränkungen durch die gesetzlichen Krankenkassen für freiberufliche Hebammen in Kliniken gefährden die Betreuung von Frauen und Familien. Auch immer mehr Geburtshäuser schließen, da sich Hebammen zunehmend aus der außerklinischen Geburtshilfe zurückziehen.

Haftpflichtprämien in der Geburtsthilfe zu hoch

"In den vergangenen Jahren sind rund ein Viertel der Hebammen in Sachsen aus dem Beruf ausgestiegen. Grund waren die immer stärker ansteigenden Haftpflichtprämien vor allem in der Geburtshilfe", erläutert Grit Kretschmar-Zimmer, die Vorsitzende des Sächsischen Hebammenverbandes.

Um auf die Missstände der Hebammen aufmerksam zu machen, findet am 5. Mai von 15 bis 18 Uhr eine Kundgebung auf dem Chemnitzer Neumarkt statt. Unter dem Titel "Keine Hebammen - keine Kinder" wollen Eltern aktiv werden, um Politikern die Augen zu öffnen mit der Frage: "Wer soll unsere Kinder auf die Welt bringen, wenn es keine Hebammen mehr gibt?"

Hintergrund: Unter 100 freiberufliche Hebammen in Sachsen

Derzeit gebe es in Sachsen nur noch 70 freiberufliche Hebammen, die überhaupt Geburtshilfe anbieten, so Grit Kretschmar-Zimmer. "Die Situation ist angespannt und wir Hebammen müssen immer mehr Anfragen nach Hebammenhilfe von Schwangeren und Müttern ablehnen", sagt sie.

Sachsen möchte die Versorgung mit Hebammenhilfe für Schwangere und Familien sichern und Hebammen im Land halten. Ein fraktionsübergreifender Beschluss auf Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, der im Dezember verabschiedet wurde, will vor allem freiberuflich tätige Hebammen unterstützen - Versorgungsgelder in Höhe von 175.000 Euro für die nächsten zwei Jahren wurden beschlossen.