Mit Herz und Taktgefühl: Dieser Chemnitzer Pflegedienst feiert zehnjähriges Jubiläum

Die Aufgaben in der Pflege und Betreuung sind im letzten Jahrzehnt anspruchsvoller und individueller geworden. „helb“ meistert diese Aufgaben mit gemeinsamen Vertrauen und Taktgefühl.

Chemnitz

Die Aufgaben in der Pflege und Betreuung sind im letzten Jahrzehnt anspruchsvoller und individueller geworden. Neben der Einsamkeit rückt zunehmend auch Demenz in den Fokus. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von „helb – Betreuungs- und Pflegedienst“ beantworten das unter anderem mit Alltagsfreuden und Ausflügen – und sie wissen dabei ganz genau: Lächeln ist das schönste Geschenk von Patienten.

Betreuungsintensives Versorgungsmodell

Vor einem Jahrzehnt hat sich Frank Helbig aus privaten Gründen für eine zeitintensive Betreuung und stundenweise Alltagspflege eingesetzt und ein betreuungsintensives Versorgungsmodell entwickelt, welches damals kein klassischer Pflegedienst umsetzte.

Zehn Jahre später ist der „Vorreiter von Chemnitz“ mit seinem Unternehmen „helb – Betreuungs- und Pflegedienst“ im gesamten Stadtgebiet von Chemnitz plus seinem Speckgürtel bekannt: „Wir fördern sowohl die körperliche Gesundheit als auch das soziale Miteinander. Durch gemeinsame Aktivitäten, Gespräche und Ausflüge schaffen wir eine Wohlfühlatmosphäre und steigern die Lebensqualität“, bekräftigt der 52-Jährige, für den „Vertrauen die Grundlage der Arbeit ist“.

Frank Helbig: „Vertrauen ist die Grundlage unserer Arbeit.“

Die erarbeitete Bekanntheit im gesamten Stadtgebiet von Chemnitz plus seinem Speckgürtel half, dass der Start in die Unabhängigkeit letztes Jahr glückte. „Die meisten Anfragen erhalten wir über das Hörensagen und Empfehlungen. Vertrauen ist die Grundlage unserer Arbeit“, freut sich Herr Helbig.

Neben klassischer Flyer-Werbung in Briefkästen sowie einem Stand auf dem monatlichen Jahrmarkt in Chemnitz wird jedes Jahr eine besondere Oster-Aktion durchgeführt. So werden immer am Gründonnerstag auf dem Ostermarkt Rosen verteilt. Waren es 2024 bereits beachtliche 500, sind es ein Jahr später schon 1.000 gewesen.

Auch in diesem Jahr konnte dieser Wert wieder erzielt werden. „Was gibt es Schöneres, als auf diese Art und Weise ein Zeichen für Gemeinschaft zu setzen“, so der helb-Inhaber.

„helb“ hinterlässt digitale Spuren

Mittlerweile ist der „helb – Betreuungs- und Pflegedienst“ ebenso in der Social-Media-Welt – wie auf Facebook und Instagram – aktiv und hinterlässt dort dauerhaft Spuren. „In der digitalen Welt werden wir vor allem von Angehörigen – in der Regel sind es die Kinder – gefunden, die nach Unterstützung und Entlastung suchen“, weiß Demenzexpertin Claudia Breutmann.

Ein Hauptgrund sind die herausfordernden Aufgaben des eigenen Alltags. Mit dem „Umzug in eine andere Stadt“ benennt die erfahrene Pflegekraft sogleich einen zweiten Grund und hat direkt eine Geschichte in petto.

Der München-Fall – einer von vielen helb-Fällen

„Die Tochter ist beruflich nach München gezogen und ihr Papa wollte sie im hohen Alter unbedingt noch einmal besuchen, also haben wir ihn in den Zug gesetzt und er ist einfach losgefahren“, erzählt Frau Breutmann. Die Zugfahrt – inklusive der Fahrtkosten – wurde von „helb – Betreuungs- und Pflegedienst“ organisiert. „Danach haben sie sich regelmäßig via Video-Call gesehen und gesprochen.“ Das ist eine von vielen schönen Geschichten, die sich im letzten Jahrzehnt zugetragen haben.

Gemeinsame Stadtrundfahrten oder der Besuch der Chemnitzer Innenstadt wecken bei den Patienten und Patientinnen ebenso Erinnerungen: „Es war ein tolles Erlebnis. So viel hat sich seit meinem letzten Besuch in der Chemnitzer Innenstadt verändert“, erzählt eine rüstige Rentnerin. Ein anderer wiederum freut sich immer auf den Weihnachtsmarkt: „Auch wenn ich mittlerweile über 90 Jahre alt bin, ist der Weihnachtsmarktbesuch für mich Pflichtprogramm.“

Gleiches kann über den Besuch im „Tierpark Chemnitz“ berichtet werden, in dem jüngst eine erste demenzsensible Führung stattfand, die zu begeistern wusste. Seit Jahren ist der „helb - Betreuungs- und Pflegeteam“ aktives Mitglied im „DemenzNetz_C“.

Zwischen Alltags- und anspruchsvollen Aufgaben: „Kleine Momente, die das Miteinander aufwerten.“

Neben der Versorgung und Betreuung liegt der Fokus besonders auf der psychologisch-sozialen Komponente. Neben der Einsamkeit rückt ebenso die Demenz verstärkt in den Vordergrund. Die Alltagsaufgaben drehen sich – neben Behördengängen, Arztterminen und Einkäufen sowie Hausarbeit – vor allem um die Bedürfnisse des Patienten. Das kann beispielsweise schon – bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen – eine Partie Skat und Rommé sein oder ein Spaziergang bzw. Ausflug.

Ein Beispiel: Aus dem wortkargen und freudlosen Ehemann wurde im „Chemnitzer Industriemuseum“ der Techniker von einst, der mit einem freudigen Lächeln alles exakt erklären konnte.

Ein anderes Beispiel: Im „Botanischen Garten“ blühte eine mittelalte Frau regelrecht auf: „Es sind die kleinen Momente, die das Miteinander so aufwerten, und ein Lächeln ist das schönste Geschenk“, erzählt eine helb-Mitarbeiterin.

Alltagshelfer verstärken das helb-Team

Das Team besteht aktuell aus 50 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen zwischen 26 und 75 Jahren, die – mit variablen Stundenmodellen – Patienten und Patientinnen im Alter von 8 bis weit über 100 Jahren betreuen und begleiten. Die Aufgaben sind anspruchsvoller und individueller geworden – und deswegen ist es elementar, dass zwischen dem helb-Mitarbeiter und dem Patienten vom ersten Tag an die Chemie stimmt.

Darüber hinaus gibt es „helb – Die Alltagshelfer“, die für Patienten im Pflegegrad 1 in deren heimischen vier Wänden für Entlastung sorgen. Dazu gehören unter anderem die Reinigung sowie der Haushalts- und Einkaufservice, aber auch die Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen und eine Haustierversorgung. Die Alltagshelfer können ebenso via Privatrechnung beauftragt werden.

Ab Sommer 2026 bietet „helb – Betreuungs- und Pflegedienst“ weiterhin Behandlungspflege an, welche das Medikamenten- und Wundmanagement sowie Injektionen, Sonden, Katheter und die Vitalwertkontrolle beinhaltet.

Hochzeit mit dem richtigen Blick

Vor der Bedarfsanalyse steht aber immer erst einmal die Beratung, beides wird in einem kostenlosen Kennenlerngespräch geklärt. „Bevor wir fragen, wo wir helfen und wie wir unterstützen können, klären wir auf und suchen nach Lösungen für den gegenwärtigen Ist-Zustand“, berichtet Frau Breutmann aus jahrelanger Erfahrung. Ist die Hürde übersprungen, geht die Suche nach der passenden Bezugsperson los.

helb-Inhaber Frank Helbig vergleicht das gern mit einer „Hochzeit mit dem richtigen Blick“. „Es geht nur mit gegenseitigem Vertrauen und einem gemeinsamen Takt, der menschelt“, betont er. Eine Mitarbeiterin fügt ein passendes Zitat hinzu, das ihr einmal ein Patient erzählte: „Geduld ist oft der kürzeste Weg zum Ziel.“ Neben Geduld sind Empathie, Hilfsbereitschaft und Neugier wichtige Eigenschaften.

Support vor Ort

Mit der Selbstständigkeit von „helb – Betreuungs- und Pflegedienst“ haben sich diverse Möglichkeiten ergeben, die es vorher nicht gab. „In einem Franchise-System wird in der Regel fast alles vorgegeben“, erzählt Herr Helbig und ergänzt: „Nun haben wir wesentlich mehr Freiheiten und können Neues ausprobieren.“

Dazu gehört beispielsweise die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern, um die hiesige Wirtschaft zu stärken. Oder das 15-Sekunden-Video auf den Flachbildschirmen in EDEKA-Supermärkten mit „auffälligen Farben und einer einfachen Botschaft“.

Er weiß, dass sein Unternehmen nur ein „kleiner Mosaikstein im großen Versorgungskonstrukt“ ist, aber: „Wir möchten uns stetig weiterentwickeln, und dazu sind neue, frische Ideen ein wichtiger Ansatz.“

Und von eben diesen profitieren letztlich alle Beteiligten. Das gilt ebenfalls für Sponsoring von Sportvereinen wie dem SV Eiche Reichenbrand, dem Chemnitzer Volleyballverein sowie dem Roll- und Schlittschuh-Club Chemnitz.

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.

Auch interessant für dich