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Sachsen

Herz und Seele des Künstlers

Schau Kunstsammlungen würdigen Thomas Ranft mit Retrospektive

Es ist ein über 40 Jahre währendes Künstlerleben, das die Kunstsammlungen Chemnitz ab dem heutigen Samstag würdigen. "Verstecktes Spiel" heißt die Ausstellung, gewidmet ist sie einem der wichtigsten Chemnitzer Künstler: Thomas Ranft. Seinen 70. Geburtstag feiert er in diesem Jahr, er gilt als Spiritus Rector der legendären Karl-Marx-Städter Künstlergruppe Clara Mosch, lernte Chagall kennen, war befreundet mit Carl-Friedrich Claus und Gerhard Altenbourg. Briefe an Freunde sind es auch, die in der Ausstellung besondere Aufmerksamkeit anziehen: An Gregor-Torsten Kozik, Dagmar Ranft-Schinke oder Michael Morgner sind sie gerichtet, entziffern kann man kaum etwas - und doch lässt sich ablesen, wie sich die Freundschaft entwickelte: Zum großen Füllhorn etwa wird sie im Falle Morgner. Doch auch Verstorbene finden sich in der Freundesliste - Albrecht Dürer beispielsweise. Er - wie auch Hieronymus Bosch - faszinierten den jungen Ranft: "Das waren alles Handwerker, wie ich einer bin. Ich hab so meine Probleme mit Künstlern, die das Handwerk nicht beherrschten", erklärte Ranft gestern. Er lernte die Techniken ab 1967 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. "Als junger Mensch habe ich auch Ölbilder gemalt, so Affen im Dschungel zum Beispiel. Aber dann bin ich an der Radierung hängengeblieben." Seine fein strukturierten Grafiken sind nun zu sehen - von der Studienabschlussarbeit "Die große Landschaft" über "Die Geburt des Ikarus", die ihm früh einen französischen Grafikpreis einbrachte, bis zu neuesten Arbeiten. Und auch Zeichnungen finden sich in der Retrospektive, denn: "Die Zeichnung ist Herz und Seele des Künstlers, das Privateste, was ein Künstler machen kann." So lässt sich tief blicken im Haus am Theaterplatz. Wem diese Einblicke nicht genügen: Im wenige Gehminuten entfernten Heck-Art wird aktuell auch erstmals eine Ausstellung mit Fotografien Ranfts gezeigt: "Die hat wirklich noch keiner vorher gesehen", so der Künstler.



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