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"Hier hat sich so ziemlich alles geändert"

Interview So "normal" kann das Studieren auf Teneriffa aktuell sein

Teneriffa/Chemnitz. 

Teneriffa/Chemnitz. Das Studium - ein Lebensabschnitt, der wie kein anderer für zügellose Freiheit, menschliche Kontakte und das Auskosten einzigartiger, neuer Erfahrungen steht. Jeder Morgen beginnt mit einem Lächeln auf den Lippen, wegen der Vorfreude auf all die Sachen, die der Tag bringt. Vor allem, wenn man noch gar nicht weiß, wo oder mit wem man den Sonnenuntergang mit einer Flasche erfrischenden Biers genießen wird. Eins ist aber stets gewiss: Irgendwer ist immer da und irgendetwas wird passieren!

Von den immer anderen KommilitonInnen, die zur spontanen Mensaverabredung werden bis hin zu den Mitbewohnern, die einen dann doch noch auf eine Runde Volleyball im Park überreden. Jeder Tag kann ein Abenteuer werden, wenn man sich einfach nur treiben lässt.

Aber was, wenn all das auf einmal verboten ist? Keine Menschen treffen, keine Mensa, kein Volleyball, nicht einmal uneingeschränktes vor die Tür gehen. Und all das in einer Stadt, in der man niemanden kennt, außer die DozentInnen, die mehrmals die Woche auf dem Computerbildschirm auftauchen und den SupermarktverkäuferInnen, bei denen man ja weniger von kennen reden kann. Nicht mal ihre untere Gesichtshälfte geben sie einem preis. Das ist nun wirklich nicht gerade das, was sich die meisten jungen Menschen vorstellen, wenn sie an die beste Zeit ihres Lebens denken. Leider ist das allerdings momentan Alltag für Millionen Studierende in ganz Deutschland.

Doch was, wenn man plötzlich doch alle Freiheiten hätte?

Eva studiert eigentlich an der TU Chemnitz Medienkommunikation, hat sich aber Mitte Januar auf den Weg zu ihrem Auslandssemester auf Teneriffa gemacht, das für sie alles verändern sollte:

Warum hast du dich für ein Auslandssemester auf Teneriffa entschieden?

Ich wollte schon immer ein Auslandssemester machen und wollte es nicht wegen Covid sausen lassen. Und weil mein Studiengang, Medienkommunikation, nur diese eine Partneruni hat, wurde mir die Entscheidung damit abgenommen, wo es hin geht.

Wie sieht gerade der Alltag auf Teneriffa aus?

Eva: "Was das Leben hier betrifft, ist es auf jeden Fall normaler als in Deutschland. Es hat alles geöffnet. Wir können in Restaurants gehen, in Bars, müssen halt nur Maske tragen. Im Restaurant dann aber nicht.

Aktuell darf man sich hier zu sechst treffen. Soweit ich weiß, kann man sogar normal ein- und ausreisen. Man kann auch auf die anderen Inseln hin und her reisen.

Gerade ist um 11 Ausgangssperre, denn es gibt verschiedene Level. Aktuell sind wir in Level 2, wobei Level 1 das beste ist. Da hat man dann keine Ausgangssperre mehr."

Gibt es denn Präsenzveranstaltungen?

Eva: "Es ist geteilt. Manche sind zuhause und 10 bis 15 Personen sind dort. Die DozentInnen sind auch sehr nachsichtig, weil sie wissen, dass wir die Sprache nicht so gut können und dadurch viel mehr Aufwand haben."

Wie hat sich die Stimmung über die letzten Monate verändert?

Eva: "Hier hat sich so ziemlich alles geändert. Also zum Positiven auf jeden Fall. Ich bin sehr froh, dass ich das gemacht hab. Ich wohne jetzt zum Beispiel das erste Mal in einer WG. Das ist für mich eine krasse Erfahrung. In Deutschland habe ich mit meinem Freund zusammengewohnt.

Als wir hier angekommen sind, sind wir erst mal um die ganze Insel gereist und haben einen Surfkurs mitgemacht und sind gewandert."

Wie waren deine Erwartungen an dieses Semester?

Eva: "Ich habe tatsächlich gedacht, dass es mir schwerer fällt, hier Leute kenn zu lernen durch Corona. Das war aber nicht der Fall. Wir haben verschiedene Gruppen auf Whatsapp und Facebook, da findet man sich immer irgendwie zusammen. Dadurch, dass die Einschränkungen nicht so stark sind, kann man halt auch viel machen. Wir treffen uns gerade eigentlich jeden Tag."

Was ist dein Fazit zu diesem etwas anderen Semester bis jetzt?

Eva: "Ich habe jetzt keinen Vergleich zu anderen Auslandssemestern, aber ich bin zufrieden so wie es ist."



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