Himmelblauer Wahnsinn im Emsland!

FUSSBALL Chemnitzer FC gewinnt zum ersten Mal beim SV Meppen.

Meppen. 

Meppen. Was für ein Auftritt des Chemnitzer FC beim SV Meppen: Im sechsten Anlauf haben die Himmelblauen den ersten Sieg im Emsland eingefahren. Die Glöckner-Schützlinge gewannen durch einen Last-Minute-Treffer von Hosiner mit 2:1. Den Pausenrückstand vor 6.259 Zuschauern in der "Hänsch-Arena" hatte der Österreicher via Handelfmeter schon egalisiert. Bester Mann der Himmelblauen war Geburtstagskind Jakubov, der zwar beim Gegentor patzte, jedoch durch starke Paraden - unter anderem mit einem gehaltenen Elfmeter - maßgeblichen Anteil am wichtigen Auswärtssieg hatte.

Überraschende Änderungen in der Startformation

Im Vergleich zum schwachen Auftritt aus der Vorwoche beim 2:2 im "Stadion - An der Gellertstraße" gegen Viktoria Köln veränderte Patrick Glöckner seine Startformation auf insgesamt vier Positionen. Für den gelb-gesperrten Langer rückte Campulka neben Bohl ins defensive Mittelfeld. Und nach seiner abgesessenen Sperre kehrte Kapitän Hoheneder für Schoppenhauer in die Innenverteidigung zurück. Dazu fand sich Milde, der bis dato nur in Braunschweig aufgrund einer Grippe passen musste, zum ersten Mal in dieser Saison auf der Bank wieder, für ihn lief Sirigu auf und feierte ein beachtliches Debüt. Mit Bozic anstelle von Tallig wurde zudem ein Kopfballspieler aufgeboten. Auf der Bank nahm Neuzugang Oesterhelweg Platz. Für die anderen beiden Neuen - Krebs und Maloney - kam die Reise ins Emsland zu kurzfristig.

Geburtstagskind unterschätzt Eckball

Es hätte ein Auftakt nach Maß werden können, wenn Garcia in der sechsten Minute nach feinem Spielzug über Bozic und Hosiner den Ball nicht am langen Pfosten vorbeigeschossen, sondern im Tor untergebracht hätte. Danach übernahmen die Platzbesitzer, die mit einer 0:1-Heimniederlage gegen Waldhof Mannheim in das Fußballjahr 2020 gestartet sind, die Spielanteile und gingen früh in Front. Jakubov, der heute seinen 31. Ehrentag feierte, sah in der 14. Minute beim Führungstreffer alt und unglücklich aus. Außenverteidiger Amin gelang das Kunststück, eine Ecke direkt zu verwandeln. Anschließend initiierte vor allem Undav, bester Torschütze und Vorlagengeber des SVM, mehrfach die Angriffe und vergab nach einer halben Stunde leichtfertig die Chance, auf 2:0 zu erhöhen. Wenige Zeigerumdrehungen später scheiterten Evseev und erneut Undav mit besten Gelegenheiten, diesmal jedoch am stark parierenden Jakubov. Von den Himmelblauen gab es - bis auf einen harmlosen Bozic-Kopfball nach Garcia-Flanke - nichts Nennenswertes in der ersten Halbzeit.

Hosiner als himmelblaue Lebensversicherung

Zur Pause gab es folgerichtig zwei Wechsel beim CFC: Oesterhelweg und Tallig ersetzten Bonga und Campulka und sollten für frischen Schwung in der Offensive sorgen. Stattdessen foulte Bohl in der 52. Minute Ballmert im Strafraum. Den berechtigten Elfmeter schob Rama flach in die Ecke, in die Jakubov abtauchte. Die Himmelblauen blieben im Spiel und bekamen im Gegenzug wiederum einen Handelfmeter zugesprochen. Hosiner, der diesen auch herausgeholt hatte, hämmerte diesen wuchtig ins Torzentrum. Alle CFC-Treffer im Jahr 2020 hatte zu diesem Zeitpunkt Hosiner erzielt, und das jeweils sicher vom Elfmeterpunkt. Jakubov brachte die Kicker des SV Meppen mit seinen Paraden bis zum Schluss zur Verzweiflung. Auf der Gegenseite vergab dann der eingewechselte Sturm in der Nachspielzeit die Chance zum Siegtreffer. Doch es sollte noch eine weitere für die Himmelblauen geben: Hosiner köpfte eine gefühlvolle Garcia-Flanke in der allerallerallerletzten Sekunde tatsächlich noch zum 2:1 ein - Unglaublich dieser Auswärtssieg! Unglaublich diese Moral der himmelblauen Akteure!