Historische Bärenanlage im Tierpark Chemnitz erstrahlt in neuem Glanz

Nach über 14 Jahren bekommt die historische Bärenanlage im Tierpark Chemnitz ein neues Leben – diesmal mit faszinierenden tierischen Bewohnern.

Chemnitz

Die Anlage aus den 1970er-Jahren ist ein sichtbares Beispiel tiergartenhistorischer Planungsgeschichte. Sie entstand in der Anfangszeit des Tierparks, der am 1. Juni 1964 gegründet wurde. Die Anlage sollte die erste spektakuläre Großanlage des jungen Tierparks werden. Geplant war eine großzügige Freianlage für Bären mit sechs Innenkäfigen.

Unvollendete Bauarbeiten

Zwar wurde der Innenbereich zeitnah errichtet, doch Sanierung und Ausbau des damaligen Thälmann-Stadions, heute Sportforum, sowie ein Ressourcenmangel führten dazu, dass die Arbeiten an der Freianlage eingestellt wurden. Arbeiter wurden abgezogen, und die halb fertige Anlage drohte als Bauruine zu enden. Einige Jahre später wurden Gitter vor die bereits fertiggestellten Felsenelemente gesetzt, sodass die Anlage provisorisch betrieben werden konnte.

Heute ein historisches Relikt

Heute steht die Bärenanlage als museales Relikt, das Besucher auf eine Zeitreise in die frühe Geschichte des Tierparks mitnimmt und Erinnerungen an die Kindheit weckt. „In der heutigen Zeit würden wir in dieser Anlage selbstverständlich keine Bären mehr halten“, betont Tierparkleiterin Silke Weiser. „Doch wir wollten dem historischen Außenbereich neues Leben einhauchen und gleichzeitig unsere Besucher begeistern.“

Neue tierische Bewohner

Nach mehr als 14 Jahren wird die Anlage wiederbelebt. Für die Neubesetzung hat der Tierpark zwei Arten ausgewählt:

Helmperlhühner

Helmperlhühner stammen aus den Savannen und Buschlandschaften Afrikas südlich der Sahara sowie der Arabischen Halbinsel. Sie leben in großen, geselligen Gruppen und sind bekannt für ihren hornartigen „Helm“ auf dem Kopf, ihre lauten Rufe und ihr gepunktetes Federkleid.

Klippschliefer

Klippschliefer dösen tagsüber an warmen Felsen und schlafen nachts in Felshöhlen. Sie leben in stabilen Familienverbänden mit festen Territorien, bilden Kolonien und werden durch erfahrene Männchen vor Fressfeinden gewarnt. Ihre Ernährung besteht ausschließlich aus pflanzlicher Nahrung.

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit den Helmperlhühnern und Klippschliefern zwei Arten gefunden haben, die den historischen Charakter der Anlage respektieren und gleichzeitig lebendige Einblicke in das Verhalten von Tieren geben“, sagt Kevin Rüffer, Sachgebietsleiter Tierpflege.

Öffnungszeiten Tierpark Chemnitz und Wildgatter

  • Täglich: 9 bis 16 Uhr (November bis Februar).
  • Letzter Einlass und Kassenschluss: Jeweils eine Stunde vor Schließung.

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