HWK-Präsident Wagner redet Tacheles

Frühlingsempfang Frank Wagner appelliert an das Handwerk als "Kraft der Mitte"

Vieles, was in Brüssel entschieden werde, sehe er kritisch. Europa müsse sich um "große Fragen und nicht um das Klein-Klein kümmern". Dennoch gehe es darum, "das Europa zu verteidigen, von dem wir als Sachsen und als Handwerker sehr profitieren", sagte Frank Wagner, Präsident der Handwerkskammer Chemnitz, beim Frühlingsempfang am Donnerstagabend. Vor diesem Hintergrund bezeichnete er die kommenden Wahlen im Mai und September als Richtungswahlen, da auch entschieden werde, "ob wir das Feld Populisten überlassen, die Europa am liebsten abschaffen würden". Auch die sächsische Landtagswahl am 1. September bezeichnete Wagner als "Richtungsentscheidung". Angesichts der Herausforderungen wie Energiewende, Lehrermangel, Bürokratieabbau, Lehrlingsmangel und Breitbandnetzausbau, sagte Wagner, liefere "die solide, beständige, manchmal auch nervige und ermüdende Sachpolitik bessere Ergebnisse als der laute Auftritt und die Spaltung der Gesellschaft".

HWK-Präsident für Pflichtpraktika im Handwerk

Wagner plädierte dafür, dass das Handwerk "als Kraft der Mitte" seine "geballte gesellschaftliche Kraft" nutze, damit "viele Leute wählen gehen und damit Vernunft, Sachlichkeit und Respekt die Wahlentscheidungen prägen". Der Präsident der Handwerkskammer Chemnitz betonte den Wert der dualen Ausbildung und regte angesichts des Lehrlingsmangels Pflichtpraktika für Schüler aller Schularten in Handwerksbetrieben an. Zudem forderte er mehr Tempo für die Anbindung von Chemnitz an den Bahnfernverkehr und kündigte an, sich weiterhin für die Wiedereinführung der Meisterpflicht in ausgewählten Gewerken einzusetzen und den Dialog mit der sächsischen Staatsregierung über den Bürokratieabbau fortzuführen. Am Frühlingsempfang nahmen mehr als 160 Gäste aus Handwerk, Politik und Gesellschaft teil.