IHK: 1.300 Ausbildungsplätze sind unbesetzt

Ausbildung Wirtschaft muss nicht nur in Chemnitz stärker um den Nachwuchs buhlen

ihk-1-300-ausbildungsplaetze-sind-unbesetzt
Foto: Thomas Schmotz

In vielen Unternehmen in der Region ist das Ausbildungsjahr 2017 zum 1. August gestartet. In der Region verzeichnete die Industrie- und Handelskammer Chemnitz 2.884 betriebliche Ausbildungsplätze - das ist ein Plus von fünf Prozent gegenüber dem gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Doch über 1.300 Ausbildungsangebote in der Region waren am 1. August noch unbesetzt - und schon jetzt buhlen die Unternehmen um die Ausbildungsbeginner für 2018.

Azubis dringend gesucht

Wie schwer der Kampf um Azubis inzwischen ist, verdeutlicht eine Umfrage, an der sich die IHK Chemnitz beteiligt hat. "Die Herausforderung, offene Ausbildungsplätze zu besetzen, ist weiterhin hoch", weiß Gabriele Hecker, Geschäftsführerin für Aus- und Weiterbildung bei der Chemnitzer Kammer. Jedes dritte Unternehmen konnte der Umfrage zufolge nicht alle Ausbildungsplätze besetzen.

Der häufigste Grund: der Mangel an geeigneten Bewerbern. Immer mehr Unternehmen werben deshalb verstärkt um Jugendliche mit Abitur oder auch Studienabbrecher - und geben auch lernschwächeren Schülern eine Chance: 15 Prozent aller Unternehmen bieten dafür eigene Einstiegsqualifizierungen oder Praktika. "Ein Praktikum ist nach wie vor die wirksamste Berufsorientierung", weiß Hecker.

Junge Leute haben Ansprüche an die Betriebe

Dies bestätigt auch eine Umfrage unter Azubis des ersten Lehrjahres, an der sich die IHK Chemnitz erstmals beteiligte. Eines der Ergebnisse: Etwa 80 Prozent der Azubis erlernten tatsächlich ihren Wunschberuf. Doch es kam auch heraus, was sich der Nachwuchs von seinem künftigen Ausbildungsbetrieb wünscht: Vor allem schnellere Verfahren und schleunige verbindliche Zusagen durch die Unternehmen sind bei den jungen Leuten gefragt.