IHK-Vollversammlung: Kritik an vielen Stellen

Wirtschaft Vor allem Breitbandausbau stand in Chemnitz im Fokus

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Foto: Thomas Schmotz

"Trotz der positiven konjunkturellen Lage und der positiven Konjunkturerwartungen für 2018 müssen wir unsere Kritik an die Bundespolitik, letztlich auch die Landespolitik, relativ breit anlegen." Mit Worten auch in Hinblick auf die bevorstehende Bundestagswahl begrüßte Franz Voigt, Präsident der Industrie- und Handelskammer, diese Woche die Gäste der IHK-Vollversammlung. So gebe es spürbare Rückschritte in Schlüsselbereichen wie zum Beispiel bei der Breitbandanbindung und der Verkehrsinfrastruktur.

Experten sehen Verbesserungspotenzial

Bei der Verfügbarkeit von Gewerbegebietsflächen, insbesondere von industriegebietsfähigen Flächen, würden sich in allen Regionen des IHK-Bezirkes Mängel andeuten. Auch die hohen Energiekosten seien ein strukturelles langfristiges Risiko. Der Präsident kritisierte mit Nachdruck die föderale Bildungsstruktur, den Lehrermangel, aber auch den schleppenden Bürokratieabbau und fehlende Steuerreformen. Sein Fazit: "Wir müssen endlich wieder zu sachlichen Diskussionen kommen und die Fakten in den Mittelpunkt rücken. Es gilt also endlich wieder den Fachleuten zuzuhören".

Christoph Neuberg, IHK-Geschäftsführer Industrie/Außenwirtschaft, verwies in einem weiteren Vortrag ebenfalls eindringlich auf die erschreckende Breitbandverfügbarkeit in Sachsen hin - der notwendige Glasfasernetzausbau verzögere sich dramatisch: "Der Ausbau ist eine nationale Aufgabe und eine Riesenchance für den ländlichen Raum", betonte er und erläuterte die sonst folgende Verschlechterung der Standortqualität für die Unternehmen.