Im nächsten Jahr das Lutherviertel im Visier

Interview mit Eckhard Heumeyer vom Verein "Stadthalten"

2008 gegründet, hat sich der Verein Stadthalten das Ziel gesetzt, den Sonnenberg zu beleben und die historische Bausubstanz zu erhalten. Der BLICK sprach mit Vereinschef Eckhard Heumeyer.

Wenn Sie einen Blick zu-rück riskieren: Wie beurteilen Sie die Bilanz Ihres Vereins nach rund vier Jahren?

Ich denke schon, dass wir an einer Erfolgsgeschichte schreiben. Das beweist auch der Preis für integrierte Stadtentwicklung und Baukultur, den wir in diesem Jahr vom Bundesverkehrsministerium erhalten haben. Von insgesamt 150 Gebäuden innerhalb des Konservierten Stadtquartiers haben in den vergangenen Jahren zudem mehr als 40 den Eigentümer gewechselt. Unsere 2010 ins Leben gerufene Straßengalerie wächst immer weiter und auch das vor rund einem Jahr eröffnete Lesecafé läuft richtig gut.

Welche Projekte sollen als nächstes umgesetzt wer-den?

Weil sich die Verknüpfung von Kunst und Erhalt aus unserer Sicht absolut bewährt hat, planen wir, die Straßengalerie auf andere Stadtteile auszuweiten, in denen es ebenfalls Probleme mit hohem Gebäudeleerstand gibt. Im Visier haben wir dabei unter anderem das Lutherviertel sowie die Reichenhainer Straße im Bereich der TU. An beiden Orten führen wir derzeit Gespräche, bereits im kommenden Jahr soll die Umsetzung der Idee erfolgen. Zudem wollen wir auf dem Sonnenberg an der Zietenstraße 15 ein sogenanntes Stadtmacherhaus einrichten. Das funktioniert ähnlich wie ein Wächterhaus - mit dem Unterschied, dass nicht nur Händler und Ge-werbetreibende leer stehende Räumlichkeiten nutzen, sondern auch Wohnraum zu äußerst geringen Mieten angeboten wird. Schließlich hoffen wir, im Herbst 2012 wieder ein Straßentheaterfest durchführen zu können. In diesem Jahr musste es aus finanziellen Gründen leider ausfallen.

In welchen Bereichen gibt es Verbesserungsbedarf?

Aus meiner Sicht eindeutig bei der Zusammenarbeit mit den Gebäude-Eigentümern von denen bestimmt rund 80 verschiedene im Projektgebiet Immobilien besitzen. Doch viele sind entweder nie greifbar oder besitzen keinen ausgeprägten Gemeinschaftssinn. Diesen zu schaffen und zusammen etwas auf die Beine zu stellen - das dauert eben seine Zeit.