Immer auf Achse für andere

Ehrenamt Anita Müller kümmert sich um hochbetagte Senioren

Anita Müller ist das, was man eine Frau im Unruhestand nennt. Bis zu vier Stunden täglich besucht die 64-Jährige eine Anlage der Volkssolidarität für Betreutes Wohnen an der Mozartstraße und kümmert sich rührend um die zum Teil hochbetagten Senioren. "Von den 17 Frauen und Männern in meiner Gruppe sind sieben mehr als 90 Jahre alt. Viele kommen leider nur noch schwer aus ihrer Wohnung", so Müller, zu deren Aufgaben das Schreiben von Behördenanträgen ebenso zählt wie das Erledigen von Botengängen, wir zum Beispiel zur Post oder zur Apotheke.

"Mir macht das große Freude, man bekommt unheimlich viel zurück", sagt sie. Zu ihrem Ehrenamt sei sie noch durch ihren Beruf gekommen: Bis zu ihrem Renteneintritt vor rund eineinhalb Jahren arbeitete die gelernte Krippen-Erzieherin als Sozialarbeiterin in einem benachbarten Altenpflegeheim. "Ohne diese Vorgeschichte hätte ich vielleicht selbst gar nichts davon erfahren", sagt Anita Müller, die sich gerade bei jungen Menschen mehr soziales Engagement wünscht. "Aber junge Leute kommen nicht allein auf eine solche Idee. Deshalb müsste eigentlich schon in der Schule vermittelt werden, welche Möglichkeiten es gibt, ehrenamtlich aktiv zu werden". Anita Müller jedenfalls will weiter machen, solange es die eigene Gesundheit zulässt - und freut sich schon auf die von ihr selbst organisierte Weihnachtsfeier mit "ihren" Senioren am morgigen Donnerstag. Für eigene Hobbys, zu denen der Kleingarten und Handarbeiten zählen, bleibt da wenig Zeit. Unruhestand eben.