Immer weniger wollen den Meister

Beruf 266 Handwerker qualifizierten sich 2016 zum Meister - Tendenz sinkend

immer-weniger-wollen-den-meister
Handwerk hat goldenen Boden - doch zum Meisterabschluss können sich immer weniger Gesellen durchringen. Foto: Handwerkskammer Chemnitz/Gleisberg

Kraftfahrzeugtechniker, Friseure sowie Maler und Lackierer. Diese Berufsgruppen haben der Handwerkskammer Chemnitzer zufolge im vergangenen Jahr am häufigsten einen Meisterabschluss absolviert. In ganz Sachsen waren es 808 Gesellen an der Zahl. 2015 waren es noch 845, vor zwei Jahren sogar 899. Die Meister gehen also zurück. Diese Tendenz ist auch in Chemnitz zu spüren.

Aber warum wollen immer weniger Handwerker ihren Meister machen? Durch die Novellierung der Handwerksordnung ist 2004 die Meisterpflicht für zahlreiche Berufe abgeschafft worden. Dass die Zahl sinkt, hänge aber auch mit anderen Faktoren zusammen, wie die Handwerkskammer Chemnitz erklärt. "Es ergibt sich aus den gesunkenen Schulabgängerzahlen, die zu sinkenden Lehrlingszahlen geführt haben. Mit einigen Jahren Verzug kam dieser Rückgang schließlich in der Meisterausbildung an", so Robert Schimke, Pressesprecher der HWK Chemnitz. Die Zahl der Meister werde letztlich durch die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt bestimmt und durch die Bereitschaft, einen Betrieb zu gründen oder zu übernehmen.

Und wie unterstützt die Handwerkskammer ihre Gesellen, den Schritt zum Meister wagen? "Durch Fördermittelberatung, Karriereberatung, Bafög-Beratung, kurzum, durch eine fundierte Weiterbildungsberatung, die alle Karrierestufen im Handwerk in den Blick nimmt, aber auch durch Begabtenförderung", erläutert Schimke. Zudem informiere die HWK Chemnitz zum Meisterbonus, den die sächsische Staatsregierung seit dem vergangenen Jahr an Landeskinder zahlt, die erfolgreich eine Meisterausbildung abschließen. Diese Weiterbildungsberatung wird am 11. März von 10 bis 15 Uhr beim Tag der offenen Meisterschule im BTZ der Handwerkskammer in der Limbacher Straße 195 präsentiert.