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Chemnitz

"In letzter Sekunde sprangen wir an unsere Mirkofone"

Musik Santiano Bandgründer Axel Stosberg im BLICK-Interview

Mit zusammengerechnet 450 Wochen sind Santiano die am längsten in den deutschen Charts platzierte Band der vergangenen fünf Jahre. Nun nehmen sie in Chemnitz Fahrt auf. Am 6. Dezember gastieren sie in der Messe Chemnitz uns heizen das Publikum mit Shanty-Rock ein. Bandgründer Axel Stosberg verrät im Interview mit BLICK-Redakteurin Nicole Neubert mehr.

Sie sind der Gründer von Santiano, wie kam es dazu und kannten Sie die anderen Bandmitglieder bereits schon vorher?

Wir, also alle fünf Bandmitglieder sind auch die Gründer. Damals haben uns die Produzenten von Elephant Music, die auch gute Freunde von uns sind zu einer Produzenten-Party eingeladen. Zu dieser Party werden Musiker geladen, mit denen Sie schon einmal zusammengearbeitet haben. So kam es dazu, dass wir alle einzeln vor Ort waren. Teilweise kannten wir uns schon, teilweise aber auch nicht. Zu später Stunde haben wir gesungen und Musik gemacht. Als unsere Stimmen an diesem Abend aufeinandertrafen, waren die Produzenten begeistert. In den nächsten Tagen haben Sie uns alle einzeln angerufen und gesagt, dass sie ein Projekt für uns haben.

Wie ging es dann weiter?

Wir haben im Studio ein Lied eingesungen, welches dann zur Universal Music Group geschickt wurde. Sie waren so begeistert, dass Sie gleich eine Platte mit uns machen wollten. Und so ist dann schließlich Santiano entstanden und erfolgreich geworden.

War da schon eine Verbundenheit zur See oder wie kam es dazu, Shanty-Rock zu machen?

Wir sind alle Küstenkinder, wir leben am Meer. Das Salzwasser hat man einfach im Blut. Es bietet sich einfach an über das Meer und die Seefahrt zu singen. Das war von Anfang an das Thema und das ist dass, was uns besonders am Herzen liegt.

Sie haben als Theaterschauspieler agiert, was gefällt Ihnen mehr das Schauspielern oder als Musiker unterwegs zu sein?

Das ist richtig, ich habe viele Jahre Theater gespielt. Insgesamt war ich 13 Jahre am Theater in Hamburg tätig. Was mir mehr am Herzen liegt, kann ich nicht sagen, da es zwei völlig unterschiedliche Berufe sind, die mir gleichermaßen Spaß machen. Allerdings nehmen die beiden Sachen von der Intensität und Emotionalität so viel Raum ein, dass das eine neben dem anderen nicht umsetzbar ist.

Vermissen Sie es?

Ja, das ist wirklich ein toller Beruf der mir viel Freude bereitet hat. Aber eins nach dem anderen. Vielleicht ist ja irgendwann mal wieder Zeit dazu.

Am 6. Dezember sind Sie mit der Band in Chemnitz. Gibt es einen Bezug zu dieser Stadt?

Leider ist beruflich und privat kein Bezug zu Chemnitz da, aber ich freue mich die Stadt mal etwas näher kennenzulernen und ich hoffe, wir haben mal etwas mehr Zeit dazu. Wir spielen in so vielen Städten und gerade im Osten sind sehr tolle Städte dabei. Leider sehen wir immer so wenig davon, wenn wir zum Konzert sind. Wir kommen an, haben Soundcheck, später das Konzert und dann fahren wir ins Hotel. Am nächsten Tag geht es nach dem Frühstück schon wieder in die nächste Stadt.

Auf was können sich die Fans besonders freuen?

Wir haben neben dem neuen Album viele alte Hits im Gepäck und ein tolles neues Bühnenbild mit einer großen LED-Wand, Animationen und Pyrotechnik. Es wird zweineinhalb Stunden eine volle Packung guter Stimmung mit viel Grooves und Aha-Effekten geben. Wo Santiano drauf steht, ist auch Santiano drin. Die Leute sollen sich überraschen lassen. Sie werden uns hautnah erleben.

Gibt es einen persönlicher Lieblingssong von Santiano?

Das ist sehr schwierig. Ich singe viele Lieder gern. Aber der Abschlusssong "Hoch im Norden" eines jeden Abends den spiele ich sehr gern. Mit diesem Song bedanken wir uns beim Publikum. Es ist die Hymne an unseren Norden - an unsere Heimat die wir sehr Lieben.

Hattet ihr einmal eine Panne oder unangenehme Situation auf der Bühne?

Wir haben vor vielen Jahren einmal ein Bühnenbild gehabt, wo am Konzertanfang an einem bestimmten Moment ein Vorhang fällt. Bei einem Konzert löste dieser aber nicht aus. Wir hatten dann nur noch ein paar Sekunden, um an das Mikrofon zu gehen und zu singen. Doch der Vorhang fiel einfach nicht und schließlich standen wir da und hatten gefühlt noch fünf Sekunden, bis wir an unsere Mikrofone mussten. In letzter Sekunde ist er dann aber doch noch gefallen und wir sprangen an unsere Mikrofone.

Sie haben ganz früher als Uhrmachen und Masseur gearbeitet. Wenn Sie kein Künstler wären, als was würden Sie lieber arbeiten?

Tatsächlich als Uhrmacher. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Das Arbeiten mit Uhren ist eine sehr beruhigende und befriedigende Arbeit. Vor allem habe ich sehr gern große Uhren und Wanduhren restauriert, auseinandergebaut und repariert. Das ist eine tolle Arbeit.