Industriekultur trifft Zeitgeist

Poelzig-Areal Umbau der ehemaligen Fabrikanlage nimmt weiter Gestalt an

Chemnitz ist bekanntermaßen eine Stadt mit viel Industriekultur. Zu den baulichen Perlen zählt unter anderen ein Gebäudekomplex am Fuße des Kaßbergs. Namensgeber des Areals ist der berühmte Architekt Hans Poelzig, der für den Textilfabrikanten Sigmund Goeritz einen expressionistischen Fabrikbau entwarf. In den 1920er Jahren wurde dieser allerdings nur in Teilen umgesetzt. 2007 wurde das Areal vom regionalen Unternehmen Poelzig-Bau-Projekt-Gesellschaft - einer Kooperation der Chemnitzer Baufirma FASA AG und der Hartmannsdorfer Steinert Bau-Planungsgesellschaft - übernommen. Seitdem hat sich einiges getan: Nach der bereits erfolgten Sanierung des sogenannten "Sporett-Hauses", dem gelben Klinkerbau direkt an der Zwickauer Straße, und den derzeit laufenden Bauarbeiten am alten Heizhaus sowie dem Schlot im Hof des Geländes, ist nun der dritte Bauabschnitt, die Revitalisierung der "Roten Fabrik" in Angriff genommen worden.

Die Planungsentwürfe sehen die zukünftige Nutzung der ehemaligen Fabrikanlage als moderne Wohn- und Gewerbeeinheiten für Büros bzw. Arztpraxen im historischen Ambiente vor. Das Gebäude wird im kommenden Jahr unter Auflagen des Denkmalschutzes saniert. Innen wie außen werden die bestehende Tragstruktur, die Fundamente, die massiven Decken und die Dachkonstruktion sowie der Beton- bzw. Eisenskelettbau auf ihre statische Eignung geprüft und soweit wie möglich erhalten. Final entstehen zentrumsnahe Lofts mit Größen zwischen 115 bis über 300 Quadratmeter mit Terrassen, Loggien oder Balkonen. Derzeit wird geprüft ob das ehemalige Fabrikgebäude mit einer modernen Solarthermie-Anlage ausgestattet werden kann. Diese würde dann, zusammen mit einem großen Ganzjahressolarspeicher, die Nutzer des Gebäudes teilweise mit Sonnenenergie für Heizung und Warmwasser versorgen.